A & H Nittnaus Blaufränkisch Kalk und Schiefer 2010 trocken Burgenland

Nittnaus blaufränkisch derWeinblog Alex Schilling

von Alex. Schilling Nittnaus Nittnaus Nittnaus Nittnaus Nittnaus Nittnaus Nittnaus

Nachdem vor wenigen Tagen der rote Einsteiger des Weingutes doch ein paar Watschen kassiert hat, habe ich mir heute die etwas höhere Preisklasse angesehen. Auch wenn die Frage nach Preis/Leistung unter Fachleuten gerne etwas verwischt wird, halte ich es dennoch für notwendig, eine gewisse Preisspanne auch nach Fakten, sprich Zahlen zu beurteilen. Alles über etwa 60€ hat meiner Meinung nach mit dem tatsächlichen wirtschaftlichen Aufwand nichts mehr zu tun und sollte daher auch nicht mehr nach Preis/Leistung hin begutachtet werden.

Die finanzielle Schmerzgrenze ist bei vielen Weintrinkern auch schlichtweg realen Umständen im Geldbeutel geschuldet und liegt meist noch weit unterhalb meiner Schmerzgrenze als „Weinfreak“. Denn bevor ich nix zu trinken habe, lasse ich lieber das Essen ausfallen…

Wir sehen leider tagtäglich in Burgund, dass guter Wein mit dem Preis überhaupt nichts zu tun hat. Der Wein für 12€ schlägt nicht nur hin und wieder irgendein Gesöff für 40€ auch mal um Längen: Man kann und darf für Geld auch Wein erwarten! Keiner muss sich wie ein Depp vorkommen, nur weil ihm ein Wein schlichtweg zu teuer ist!

Wir haben hier auf dem Blog schließlich eine selbst ausgerufene Mission, wir wollen zum Wein trinken bekehren. Aus meiner eigenen Erfahrung als Weinverkäufer weiß ich, dass eben nicht jeder Kunde bereit ist, jeden Preis zu bezahlen. Da kann der Wein noch so toll, naturnah oder was auch immer sein. An der Grenze, an der guter Wein eigentlich erst anfängt, hört bei dem normalen deutschen Weintrinker der Spaß schon wieder auf . Über zehn Euro geben wirklich nur ganz wenige Menschen für eine Pulle aus. Gut, ein Großteil der Leser wird damit noch kein Problem haben.

Der Blaufränkisch von Nittnaus hat ein tief dunkles Rot mit deutlich violetten Reflexen und schimmert einem animierend entgegen. In der Nase saftige Fruchtnoten, deutliche Kirsche, etwas herbe Brombeeren und vor allem frisch und kühl.
Blaufränkisch ist trotz der Farbe sicher nicht mit einem Cabernet Sauvignon zu vergleichen. Daraus werden unkomplizierte, trinkfreudige Weine gemacht, das schließt auch diesen hier mit ein. Aber, gerade im anhaltenden Nachhall zeigt er dann doch, dass hier eben kein Wein aus dem Supermarktregal im Glas gelandet ist. Das mein Vorwurf an den Burgenland, dass sich dieser nicht vom Fabrikwein abheben würde.
Ausgebaut wurde über 15 Monate im kleinen Holzfass, was sich auch mit leichten Tabaknoten angenehm bemerkbar macht. Desweiteren an der Nase kräutrige Eindrücke, Thymian ist auf jeden Fall dabei. Eine pfeffrige Note im Duft wird dann am Gaumen fortgesetzt, das ganze bei einer griffigen, eingebundenen Säure und noch leicht körnigen Tanninen. Sehr leichtes Mundgefühl, dennoch konzentriert im Ausdruck. Man kann den Untergrund regelrecht schmecken, der Blaufränkisch verleugnet seinen Kalk und Schieferboden nicht.

Allerdings ist er temperaturempfindlich, zu warm entwickelt er sich recht schnell zum Proleten, zu kalt macht er völlig dicht. Habe ihn jetzt irgendwo bei gefühlten 15°C und er offenbart sich ohne Probleme. Offensichtliche Trinkfreude, plane für Februar ein Hüttenwochenende mit alten Freunden im Schwarzwald, denke, ich nehme ein paar Flaschen mit! Der Blaufränkisch von Nittnaus erfüllt definitiv meine ganz eigene “davon sollte man immer ein paar Flaschen da haben” Kategorie.

Für 12,50€ hier zu haben

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