Burg Ravensburg Spätburgunder 2011 trocken Baden

Bitte wo ist der Kraichgau?
von Alex. Schilling

Burg Ravensburg derWeinblog Alex Schilling WeinWeingut Burg Ravensburg kannte ich bis dahin nicht, obwohl ich vor bald dreißig Jahren in der Gegend aufgewachsen bin. Auch lässt sich kaum was im Netz finden. Im östlichen Kraichgau gelegen… “bitte wo?” Tatsächlich, eine Weinbaugegend mit äußerst geringem Nachhall in der Weinwelt trotz bekannter Namen wie Seegers aus Leimen. Zugegeben, Seegers liegt genau einen Schritt außerhalb des Kraichgaus in Leimen bei Heidelberg. Er ist in seiner Bekanntheit ein Einzelfall, grob gefasst, ist das Gebiet von Heidelberg bis ca. 80 Kilometer östlich aus weintechnischer Sicht “dunkelstes Gemanien”. Dabei gibt es so wunderbar historisch klingende Lagen im Kraichgau wie den “Dicken Franz”, “Husarenkappe” und dem “Löchle”…

Das Weingut ist Mitglied im VDP, die Liste der Weine aus ersten Lagen recht groß. Konnte aber sonst keine weiteren Informationen zum Weingut im Netz finden und plane daher einen Besuch im Sommer 2013. Mich würde die Machart der Weine sehr interessieren, überhaupt würde ich den Kraichgau in Weinsachen gern näher kennen lernen.

Dieser durchweg solide Spätburgunder für den alltäglichen Gebrauch ohne komplizierte Ecken oder Kanten hat ein schönes, rundes Bukett. Mit einer von Fruchtnoten geprägten Frische eignet er sich ganz wunderbar und ganz typisch deutsch für „danach“, also zum Lesen, Fernsehkrimi oder den Enkeln beim Basteln zuschauen. “Anlässe”, die keine sind! Kann mir aber leichtere Speisen durchaus vorstellen, denke schon die ganze Zeit an Eintopf.  Nicht den aus der Dose, sondern den echten von der Oma!
Wir haben relativ leichte Anklänge von Kirschen, etwas mehr Erdbeere und eine leichte Vanillenote. Auf der Homepage steht zu diesem Wein was von Mandeln. Hmm… erschließt sich mir so nicht. Also in die Küche gelatscht, an den Mandeln zum Backen gerochen (Fehler?) und wieder am Glas… Mandeln? Bei mir in der Backdose schon, aber im Glas dann eher der „jetzt wo du´s sagst” Effekt. Weider ein Beleg für die Subjektivität einer Weinverkostung, prima.

Tabak geht ihm völlig ab, auch keine Pflaumen oder sonst was schwereres. Ein bisschen Holz, eher zart und angenehm hintergründig, ist vorhanden. Zum Einlagern ist das definitiv nichts, sollte man sicher nicht länger als 3 Jahre warten. (Wird sicher erst mal nicht schlechter, aber eben auch nix besser…) Am Gaumen schlichtweg harmonisch und unkompliziert, liegt mit voller Saftigkeit gut auf der Zunge. Authentisch,  kein anstrengendes Tanninmoster. Die Gerbstoffe halten sich rebsortentypisch eher im Hintergrund. Mit einer leichten Würze und gehauchter Mineralität ausklingend, bekommt man hier eine anständige Qualität.

Als “daily drinkable” wunderbar geeignet, ein auf sehr unkomplizierte Weise typisch deutscher Spätburgunder. Der Wein ist trocken, seriös, hier passen Preis und Ergebnis bestens zusammen. Die großen Lagenweine sollten nach diesem grundsoliden Tropfen auch gehobenen Ansprüchen genügen, ich bleib mal am “Ball”.

Für etwa 10€ ab Hof  Burg Ravensburg Burg Ravensburg Burg Ravensburg Burg Ravensburg Burg Ravensburg Burg Ravensburg Burg Ravensburg

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