Eine Weinbuchkritik Wolfgang Staudt – die 100 besten Weine der Welt weinblog

Der Titel löst bei mir lauten Alarm aus. Es ist vielleicht meinem Wesen als hoffentlich unvoreingenommenem Weinschreiber geschuldet. Etikettenanbeterei und tradiertes Qualitätsdenken gehen mir gegen den Strich. Wer also meint, die 100 besten Weine der Welt benennen zu können, einem Robert Parker gleich den Weinsegen verteilt, verdient zumindest meine skeptische Aufmerksamkeit!

[dropcap1]I[/dropcap1]n der Einleitung wird der Anspruch dann richtigerweise in ein „Weinwissen kompakt“ gewandelt. Das ist ehrlich, da muss man nicht meckern. Am Ende will das Buch auch nicht die x-te Hitliste einzelner Weine bekannter Produzenten sein, vielmehr soll es um Weintypen nach den Kategorien Qualität, ortstypischer Stilistik und somit eindeutiger Herkunft gehen.

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Wein 1.0: Es geht um die vielbesungene Basis. Jene Weine, von der Blogger und andere Weinschreibende gern behaupten, dass sie „passen muss“. Taugen die Brot- und Butterweine eines Winzers nicht, taugt die ganze Kollektion nichts. Richtig und trotzdem Bullshit! Um die Basis kümmert sich ja keiner. Die Literweine werden konsequent übersehen, alles faselt vom Gutsriesling XY im 0,75L Gebinde. Selbst das wohl einzige Weingut Deutschlands, welches man ohne weiteres als Château bezeichnen könnte, hat ebenfalls einen Liter im Portfolio Robert Weil Lidy Weinblog

[dropcap1]K[/dropcap1]unden wollen den Liter. Für viele Winzer ist er schlichtweg die wirtschaftliche Basis. Auch Gastronome sind gut beraten davon Gebrauch zu machen und nicht in den Discounter zu laufen. Ein Liter aber für 13 Euro? Zumindest muss man das für Weil auf den Tisch legen, beim Weingut Lidy aus dem südpfälzischen Frankweiler reichen ab Hof schon 4,30€. Der Underdog gegen den Platzhirsch? Die üblichen Kategorien wollen heute iregndwie gar nicht passen…

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„Ein Wein von internationaler Stilistik“ und ähnliches wird einem von so manchen Winzern, Verkostern und vor allem Verkäufern häufig angeboten. Dabei frage ich mich, warum deutscher Wein nicht nach Deutschland schmecken darf – man viel seltener (gar nicht!) mit „typisch deutscher Stilistik“ wirbt. Wird deutscher Wein verleugnet? Mal wieder verliere ich mich in Begrifflichkeiten… Stachel Spätburgunder Maikammer weinblog

[dropcap1]H[/dropcap1]at deutscher Wein keinen Stil, ist der Wein wirklich schlechter oder ist es in Zeiten der political correctness schlichtweg unangenehm, mit eindeutig nationalen Erzeugnissen aus dem Weinberg zu werben? „Made in Germany“ klappt doch sonst auch, selbst Äpfel vom Bodensee werden nur bei unsachgemäßer Lagerung braun, Champagner kommt weiterhin aus Frankreich und Rioja bleibt in Spanien. Hat derjenige, der nach Italien Schmeckendes aus deutschen Gefilden verlangt in Geografie eigentlich gepennt?

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