Stolper in meinem Keller über zwei Flaschen Silvaner. Wittmann und v. Racknitz. Kein Lagengedöns, einfach Wein. In Franken glaubt man, Silvaner geht nur jung und frisch. 2012? Rührt hier keiner mehr an. Endstation: Ladenhüter

[dropcap1]M[/dropcap1]acht nix, dann trink ich 2012 halt allein. Bei Wittmann und v. Racknitz ist das Kerngeschäft sicher der Riesling. Verdammt guter Riesling. Aber große Brüder haben immer Einfluss auf „die Kleinen“… Und das Resultat ist bei beiden Weingütern mehr als nur Zufall, sondern der Wille zu gutem Wein.

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und Wein des Monats Juli 2015

[dropcap1]H[/dropcap1]eute gibt’s nen Außenseiter. Sauvignon blanc von der Nahe. Meist eine opulente bis fragwürdige Erscheinung; die Kunst der Zurückhaltung pflegt bei diesem Wein das Weingut Emmrich-Montigny aus Bad Kreuznach. Der seit 300 Jahren am Ort ansässige Familienbetrieb weiß mit Sauvignon blanc umzugehen und keltert daraus einen leckeren „hauwech-Wein“ ohne dick aufzutragen. Keine plakative Aufdringlichkeit, keine „Maul voll Gras“ oder Omas eingemachte Stachelbeeren von vor zwei Jahren.

Emrich-Montigny-SauvignonUnd wie es der Zufall will: Ein Anlasswein in der Art, wie es Manfred Klimek heute Morgen schon auf seiner Seite geschrieben hat. Das mag mir jetzt den Ruf des Trittbrettfahrers einbringen, mein Text war aber gestern Abend schon fertig, ehrlich… ach, auch eigentlich wurscht!

Sauvignon blanc muss nicht jeder Winzer im Programm haben. Häufig steht er auf viel zu schweren Böden, produziert dort wunderbar viele Trauben, ist dafür aber so lala. Magere Böden liefern hingegen die bessere Qualität, auch bewusste Reduktion und sorgfältige Laubarbeit sind unabdingbar. Was aber auch schon längst für alle Weine gilt.

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Seit mehr als 1000 Jahren wird an der Nahe Wein angebaut. Als Spitzenerzeuger wirklich etablieren konnten sich die Betriebe zwischen Bingen am Rhein und Meisenheim am Glan aber erst in den letzten 15 Jahren. Zu lange stand das eher kleine Anbaugebiet im Schatten von Rheingau und Mosel als internationale Player und Aushängeschilder der Republik

[dropcap1]D[/dropcap1]abei wäre es dem Anbaugebiet und dessen Winzerschaft wirklich zu gönnen, ebenfalls als Vorzeiger zu gelten. Qualitativ gibt´s da nämlich nix zu deuteln. Im Gegenteil: Tradition kann schwer wiegen und wirklich im Wege stehen. Oftmals wird um längst erkaltete Asche getanzt und übersehen, dass der Kunde nach neuem Feuer, Glut und der Besinnlichkeit eines Lagerfeuers verlangt.

Weinbaugesetz 1971Zu Verdanken hat man den langsamen Aufstieg an der Nahe sicher auch dem in der Weinszene immer mal wieder heiß diskutiertem Weinbaugesetz von 1971. Ohne Herkunft und Profil geht aber nichts, der Paragraph definierte die Nahe als eigenes Weinbaugebiet, zuvor sprach man lapidar vom „Rheinwein“.

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