Stolper in meinem Keller über zwei Flaschen Silvaner. Wittmann und v. Racknitz. Kein Lagengedöns, einfach Wein. In Franken glaubt man, Silvaner geht nur jung und frisch. 2012? Rührt hier keiner mehr an. Endstation: Ladenhüter

[dropcap1]M[/dropcap1]acht nix, dann trink ich 2012 halt allein. Bei Wittmann und v. Racknitz ist das Kerngeschäft sicher der Riesling. Verdammt guter Riesling. Aber große Brüder haben immer Einfluss auf „die Kleinen“… Und das Resultat ist bei beiden Weingütern mehr als nur Zufall, sondern der Wille zu gutem Wein.

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Das Weinjahr 2014 war alles andere als optimal. Der eigentlich viel zu warme Winter zog die Blüte vor, im Sommer gab es erst kaum Wasser, dann Sintflut. Im September konnten die Trauben doch noch reifen, waren da aber schon von der Kirschessigfliege befallen. Im Oktober regnete es wieder Binfdfäden. Noch als die Trauben in den verregneten Weinbergen anfingen vor sich hin zu gammeln und Winzer zu hektischen >Noternten< trieb, war eines klar: 2014 trennt die Spreu vom Weizen


[dropcap1]O[/dropcap1]thegraven aus Kanzem an der Saar hat 2014 gut gepackt. Es befindet sich seit 2010 im Besitz von Günther Jauch, dessen Großmutter eine geborene von Othegraven war. Mit Andreas Barth – Besitzer des Weingutes Lubentiushof in Niederfell an der Untermosel bei Koblenz und Winzer des Jahres 2012 (Cptn. Cork) – hat Jauch den Kellermeister und zugleich Geschäftsführer von der ehemaligen Besitzerin Dr. Heidi Kegel übernommen.
Othegraven Saar Mosel

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Vor einigen Tagen hatte ich hier auf dem weinblog einen Sauvignon blanc. Über diese Rebe zu berichten gleicht in Deutschland gnadenloser Sisyphusarbeit. Gelesen hat den Text kaum jemand, also gleich mal nachlegen. Warum? Weil guter Wein!

[dropcap1]D[/dropcap1]as Weingut Jülg hat mich bereits vor einiger Zeit mit einem wunderbaren Riesling aus dem gleichen Jahrgang in den Bann gezogen; es wird also Zeit, mal wieder über das Weingut aus Schweigen in der Pfalz unmittelbar an der Grenze zu Frankreich zu berichten. Der Schwerpunkt des Betriebes unter Johannes Jülg liegt zwar eindeutig auf Riesling und feinsten Spätburgundern, was aber diesen Sauvignon blanc nicht schmälern soll. Im Gegenteil: Stilistisch fügt er sich in das Sortiment ein und sollte neben den „großen Brüdern“ einmal erwähnt, besser noch getrunken werden!

Jülg_Sauvignon_blancDenn auch bei diesem Wein aus dem Sonneberg zeigt das Weingut Jülg was es antreibt. Gerade mit dieser Rebe. Man könnte nämlich so viel mehr Getöse daraus machen, aber man muss es eben nicht. Bei Jülg lebt man bewusste Reduktion und Understatement, die räumliche Nähe zu Frankreich ist spürbar.
Es ist ein bisschen jener Schmelztiegel-Effekt, den man auch bei Winzern aus dem Elsass immer mal wieder beobachten kann. In der Flasche verschwimmen die Ländergrenzen, das ist gut, das ist eigenständig! Der Spross der Familie Johannes hat neben vielen anderen Stationen auch im Burgund gelernt, irgendwie glaubt man das dann auch zu schmecken…

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