und Wein des Monats Juli 2015

[dropcap1]H[/dropcap1]eute gibt’s nen Außenseiter. Sauvignon blanc von der Nahe. Meist eine opulente bis fragwürdige Erscheinung; die Kunst der Zurückhaltung pflegt bei diesem Wein das Weingut Emmrich-Montigny aus Bad Kreuznach. Der seit 300 Jahren am Ort ansässige Familienbetrieb weiß mit Sauvignon blanc umzugehen und keltert daraus einen leckeren „hauwech-Wein“ ohne dick aufzutragen. Keine plakative Aufdringlichkeit, keine „Maul voll Gras“ oder Omas eingemachte Stachelbeeren von vor zwei Jahren.

Emrich-Montigny-SauvignonUnd wie es der Zufall will: Ein Anlasswein in der Art, wie es Manfred Klimek heute Morgen schon auf seiner Seite geschrieben hat. Das mag mir jetzt den Ruf des Trittbrettfahrers einbringen, mein Text war aber gestern Abend schon fertig, ehrlich… ach, auch eigentlich wurscht!

Sauvignon blanc muss nicht jeder Winzer im Programm haben. Häufig steht er auf viel zu schweren Böden, produziert dort wunderbar viele Trauben, ist dafür aber so lala. Magere Böden liefern hingegen die bessere Qualität, auch bewusste Reduktion und sorgfältige Laubarbeit sind unabdingbar. Was aber auch schon längst für alle Weine gilt.

"#Leertrinker 06, Sauvignon blanc von Emrich-Montigny" weiterlesen

Wein zum träumen, was will man mehr? Wenn der Franke von seinem Silvaner schwärmt, dann muss er „erdig“ sein. Der Rest der bundesdeutschen Weinliebhaber versteht darunter „mineralisch“. Ahja…

[dropcap1]M[/dropcap1]an mag über den sprachlichen Sonderweg der Franken lächeln, aber zum einen gibt es kein allgemeingültiges Wörterbuch Wein – Deutsch, zum anderen ist das in der Weinsprache etablierte Wörtchen mineralisch alles andere als ein präziser Begriff. Eines der ewigen Streitthemen unter Weinschreibern, Begeisterten, Bloggern usw.. Und nach meiner heutigen Silvaner-Erweckung kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass Mineralik in Franken tatsächlich was anderes ist als in den übrigen Weinbauregionen. Frankenwein wie dieser darf also seine eigene Begrifflichkeit haben.

"Ein Silvaner aus dem wunderbar verträumten Bamberg" weiterlesen

Kurzvisite im Elsass. Und wieder begeistert. Komme nicht drum herum immer wieder von diesem Flecken Weinparadies zu schwärmen. Wermutstropfen: Viele Weintrinker vermuten hier alles mögliche, nur eben kein Weinparadies. Eine Frage der Definition!

Wein des Monats: Mai 2015

 

[dropcap1]N[/dropcap1]un, es gibt im Elsass – ja, wie soll man sagen – gewisse Blüten der Weinstilistik die nicht jeden begeistern. Der häufige Vorwurf: Etwas belangenlos, gerne im Stil von vielleicht vorgestern, dazu immer süßer und internationaler. riesling-wymann-elsass
Wie das so ist, an jedem Ruf mag auch was dran sein, oder, wenn man nur lange genug mit Sch…. schmeißt, bleibt schon irgendwann was hängen. Bei all der Kritik die das Elsass immer wieder einstecken muss, es ist tatsächlich alles andere als homogen. Aber wer will das schon?

So wie es nicht DEN Wein gibt, wird es auch nie DIE Region geben. Auch im Rheingau und an der Mosel gibt es Schrott. Wein ist eine unglaublich von Moden und Ästhetik durchzogene Welt. So manche Region hat einfach das Pech nicht gerade en vogue zu sein. Wenn überhaupt einer nach Qualität fragt; die ist dann auch noch subjektiv: Verdammt! Kurzum, Gerechtigkeit gibt es in der Weinwelt keine. riesling-wymann-elsass

"“Nur scheinbar stehts Momente still” – das Elsass im Wandel!" weiterlesen