Haindl-Erlacher Grüner Veltliner 2011 „Alte Reben“ Weinviertel

Schon wieder „alte Reben“… Nunja, diesmal wirklich. Mit Rebstöcken die seit über 50 Jahren im Weinviertel (Niederösterreich) den Menschen diesen überzeugenden grünen Veltliner bescheren. Natürliche Ertragsreduktion beim Weingut Haindl-Erlacher führt dabei zu konzentrierteren Beeren, somit holt der Winzer aus weniger Quantität deutlich mehr Qualität. Freut mich immer wieder, wenn gute Qualitäten den Weg nach Deutschland finden, der Ösi geizt und trinkt seinen Wein nämlich lieber selbst, vor allem gibt er auch mehr Geld dafür aus als wir in Deutschland. Mit grünem Veltliner begann übrigens meine Kariere als Weintrinker

Der Veltliner kommt recht hell im Glas daher. Wollte mir schon hier in den Allerwertesten beißen, schließlich sind ALte Reben nicht nur alt, sondern meist auch lager- und entwicklungsfähig. Pustekuchen: An der Nase schon jetzt konzentriert saftiger Auftritt mit allerlei Früchten. Da wären reife Äpfel, gelbe Birnen, aber auch etwas grasige Ausflüge mit exotischer Frucht und schon ordentlicher Würze. Passend zum beginnenden Herbst auch etwas Laub und nussiges.

haindl-erlacher-der weinblog
So, mal auf ein Rotweinglas umgestiegen. Manchmal erzielt man dabei doch den ein oder anderen sensorischen Effekt. …Ne, war zu viel, zurück in das Weißweinglas. Am Gaumen dann doch erstaunlich breit und füllig im Mundgefühl und schmeckt einfach wunderbar. Trocken, pikante Säure und ein bunter Strauß voller Aromen. Wieder die Früchte, diesmal ganz konzentriert heimischer Herkunft mit gelben Fallobst, der exotische Touch der anfänglich in der Nase war, ist verflogen. Vielmehr kommt jetzt der anfänglich als Laub bezeichnete Ton zu Geltung in Form von Haselnuss. Ähnliche Eindrücke beschrieb mir auch der Verkäufer. Im Nachhall dann einfach noch mal ein frischer Säurekick mit “uuuu, mehr davon” Effekt. Das rebsortentypische “Pfefferl” geht ein bisschen dahin, ich assoziiere in diesem Fall aber auch eher grüne Paprika! Der Wein bleibt im Mund unheimlich saftig und geschmeidig, so macht mir Veltliner richtig Spaß.

Haindl-Erlacher zeigt hier einen facettenreichen und so gut strukturierten Grüner Veltliner, dass er auch jung jedem zugänglich sein müsste, der Fleisch von Fisch unterscheiden kann. Übrigens würde ich ihn genau zu sowas empfehlen. Mache mir jetzt Tagliatelle in Lachs – Sahne – Soße, die Säure wird das auf jeden Fall packen. Wieder mal merke ich, dass man mich recht schnell abbfüllen kann, aber bei 13% Alc. und derart leichtem Fluss ist das schnell geschehen, passt schon! Kein abgehobenes Ding für Abgehobene, mit hohem Extraktwert eine erschwinglicher Qualitätswein im wahrsten Sinne des Wortes. 

Haindl-Erlacher macht weinselig aber nicht nur wegen des Alkoholwertes! Auf der Flasche steht bei 8-10°C genießen, 12 sind da sicher auch nicht verkehrt, da weiß jeder selbst am Besten bescheid. Die Zeiten, in denen ich mit Thermometer die vermeintlich perfekte Temperatur diagnostizierte, sind schon lang vorbei. Haindl-Erlacher ist im Weinviertel übrigens Winzer des Jahres 2009 gewesen, was das bedeutet, kann ich nicht beurteilen, dafür kenne ich die Region dann doch zu wenig.

Den Wein gibt´s bei Karl-Kerler für schlanke 11,90€

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