Wie Ihr schon merkt, versuche ich von einem Weingut immer verschiedene Weine zu probieren um einen umfassenden Eindruck zu bekommen. Vor kurzem habe ich also hier schon mal zwei Weine dieser Lage vorgestellt und auf die positive Entwicklung des Weingutes in den letzten Jahren hingewiesen. Jakob Sebastian Heimersheimer Weinblog

Jakob Sebastian Heimersheimer WeinblogDas Weingut Jakob Sebastian aus Rech geht bereits auf das 16. Jahrhundert zurück und befindet sich seitdem im Familienbesitz. Auf der Homepage wird die traditionelle Machart der Weine hervorgehoben, also klassische, offene Maischegärung ohne Erhitzung mit einer Standzeit von mindestens 20 Tagen. Ziel dabei ist die Konzentration von Gerbstoffen, die bei Spätburgunder eh nicht in großer Menge erhalten sind. Jakob Sebastian Heimersheimer Weinblog

Die zum Einsatz kommenden alten Eichenholzfässer haben zwischen 300-2400 Litern Fassungsvermögen. Für den Jahrgang 2012 ist auch die Verwendung von Barriques vorgesehen, man experimentiert also auch gerne. Zudem sollen 2012 die Beeren versuchsweise nicht vollständig entrappt werden, sondern durch das Vergären der Stiele der Gerbstoffgehalt erhöht werden. Eben in jenen Stielen steckt ein großer Teil der Gerbstoffe. Beim Wein dann die Balance zwischen „geschmeidig oder Prolet“ zu finden ist für den Kellermeister eine Herausforderung, zeugt von Selbstvertrauen. Werde mir 2012 also nicht entgehen lassen!

Im Geruch sehr zart mit zurückhaltenden Aromen, dreht der Wein dabei mit leichten Anklängen von Cassis und Brombeeren seine Runden im Glas. Kirschen gehen ihm völlig ab. Bis sich die Nase voll entfaltet, braucht es etwas Zeit, Freunde dieser Rebsorte werden also schon mal sehr gut unterhalten. Nach längerem Geschnüffel kommen auch kräutrige Anklänge zum Vorschein, etwas Lorbeer und vielleicht sogar dunkle Schokolade oder gar etwas Mokka? Jakob Sebastian Heimersheimer Weinblog

Das ganze Bukett ist recht zurückhaltend, hier tritt nichts laut hervor. Am Gaumen dann viril, ohne aber dominant zu wirken. Und dann kommt so ganz langsam ein burgundischer Schmelz daher, den man schon gar nicht mehr erwartet hat. Die Gerbstoffe, typisch Spätburgunder nicht in der Masse vorhanden sind sehr samtig. Vor allem etwas kühler getrunken zeigen sich nochmal schöne Tabaknoten, eine dezente, aber dennoch untermalende Säure spielt mit einer plötzlich auftauchenden Kirschnote, die im Bukett völlig verborgen blieb. 

Schlichtweg überzeugend ist ein feiner, anhaltender Nachhall. Für Spätburgunderfreunde jetzt sicher keine gnadenlose Offenbarung, eher etwas sehr Solides ohne aber rustikal zu sein. Er ist aber ganz offensichtlich ein kleiner Bruder so manch richtig großer Ahrburgunder. Allzu lange sollte man ihn nicht einlagern, denke, dass er seinen Höhepunkt recht bald erreicht.

Für 8,50€ ab Hof auf jeden Fall ein herrlich unaufgeregter Wein im positiven Sinn, sollte als „Bereitschaftsmunition“ eigentlich in jedem Wein vernichtenden Haushalt vorhanden sein.
Jakob Sebastian Heimersheimer Weinblog
Follow on Bloglovin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blue Captcha Image

*