K.H. Schneider Spätburgunder Marbach 2011 trocken Nahe

Kategorien 2011, Allgemein, Ausbau, Barrique, bis 15€, Marbach, Nahe, Pinot Noir, Schneider, K.H., Spätburgunder, trocken, bis max. 9g/l

von Alex. Schilling

[button link=”http://www.derweinblog.de/zu-besuch-bei-weingut-k-h-schneider-bad-sobernheim-nahe/” color=”#006699″ border=”#006699″ text=”grey”]zum Winzerportrait[/button]

Die guten Spätburgunder stammen von der Ahr? Sie kommen aus dem sonnenverwöhnten Baden? Die Nahe hat immer noch ein Imageproblem. Neben klingenden Namen wie Rheingau oder Mosel wird sie gerne belächelt, wobei namenhafte Vertreter wie Dr. Crusius, Tesch und von Racknitz deutlich über die Grenzen hinaus in ganz Deutschland getrunken werden. Wenn überhaupt, wird die Nahe von der Masse als möglicher Riesling – Newcomer wahrgenommen.

K H Schneider III Weingut Alex Schilling weingut K.H. Schneider
Fassprobe in Bad Sobernheim

Mein momentaner Spätburgunderfavorit stammt aber eben aus dem Rieslingland Nahe. Der nach 5 Jahren Lagerung getestete Wein zeigt sich im Glas, die eine der Rebsorte angemessene Vinifikation verrät. Nicht undurchsichtig und tiefrot mit violetten Reflexen im Glas, wie es in letzter Zeit namenhafte Weingüter in Baden leider immer häufiger machen. Aber gut, getreu dem Motto, erlaubt ist, was gefällt muss es natürlich auch jene Winzer geben, die mittels längerer oder gar erhitzter Maischegärung Tannine gewinnen und gefälligen Rotwein, äh rote Weine machen.
Mir gefällt die traditionelle Art des Weingutes Schneider Spätburgunder zu machen aber deshalb besser, weil er dann seinen ganz eigenen Charakter zeigt. Er kann, was Merlot nicht kann. Also muss man ihn auch nicht wie Merlot behandeln. Aber nicht jeder Winzer kann mit Spätburgunder umgehen, er ist im Weinberg und im Keller eher schwer zu beherrschen.

Der Marbacher Spätburgunder besticht als unverkennbarer Vertreter seiner Art mit einer wunderschönen Nase von Erdbeeren und Himbeeren, zeigt dabei auch erdige Töne. Ganz hinten vielleicht noch etwas Cassis? Runde, präsente aber nicht auf dringliche Gerbstoffe vereinen sich mit Tabakaromen.

Zugegeben werden sich an der erstaunlich herrischen Säure – auch nach 5 Jahren Lagerung – die Geister scheiden, es ist kein „redwine for the people“, gefühlte 8g/l könnten es sein. Habe vom 07er noch eine zweite Flasche, die mache ich vor 2015 nicht auf. Mal schauen, wie sich die Säure bis dahin entwickelt hat. Am Ende zeigt der im Vergleich zu anderen Spätburgundern an der Nahe längere Nachhall nochmal leicht erdige Töne. Für mich ein wunderbares Weinchen, nicht zu gefällig, sondern mehr mit Kanten und daher auch durchaus komplex.

Derzeit für 12,50€ ab Hof weingut K.H. Schneider weingut K.H. Schneider weingut K.H. Schneider weingut K.H. Schneider weingut K.H. Schneider weingut K.H. Schneider

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