K.H. Schneider Sobernheimer Spätburgunder 2009 trocken nahe

Kategorien 2009, bis 10€, Holzfass, Maischegärung, Nahe, Pinot Noir, QbA, Schneider, K.H., Spätburgunder, trocken, bis max. 9g/l

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weingut schneider sobernheim Weinblog Schillingvon Alex. Schilling

Vom Weingut K.H. Schneider aus Bad Sobernheim an der Nahe haben wir hier schon ein paar Weine vorgestellt, unter anderem auch schon mal einen Spätburgunder. Somit können wir gleich zur Sache kommen. Beim Einschenken sehr hell und transparent, keine tief rote Pampe, wie sie bei manchen Winzern gerne produziert wird. Und das, obwohl der Winzer der Maische 18 Tage lang während ihrer Gärung Gerbstof f e entlockte, aber eins nach dem Anderen. weingut schneider sobernheim

Im Gegensatz zum „Marbacher“ des Weingutes, zeigen sich hier im Bukett deutlich zierlichere Noten. Kein Konzert von Himbeeren und Erdbeeren, vielmehr schwarze Johannisbeeren, Kirsche und etwas Brombeeren, das
ganze sehr kühl und auch bisschen mineralisch vermittelt. Ganz versteckt – je nach Weintemperatur – noch eine Ledernote und wiederum deutlicherer „Tabakdunst“ (damit ist übrigens nicht Rauch gemeint, sondern der Geruch, den Raucher vom Öf f nen einer f rischen Kippenschachtel her kennen…). Letztlich hatte ich dann auch noch kurz den Eindruck, dass da etwas Karamell wäre. Aber Ihr kennt das; wenn man direkt ins Licht schaut, sieht man nix, blinzelt man an der Lichtquelle vorbei, erkennt man vielleicht Umrisse dahinter… Man sollte Wein niemals alleine verkosten – da könnte man jetzt prima diskutieren! weingut schneider sobernheim

Am Gaumen dann wieder die bekannten Früchte mit geschmeidigen Tanninen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Spätburgunder ist kein „Tanninator“, viele Winzer versuchen durch lange Maischegärung (oder erhitzen diese auch noch!) ordentlich Extrakte zu ziehen. Wenn das Lesegut dann nichts bringt, wird eben noch mit viel Holz nachgeholfen. Hier ist das anders. Hier sind die Gerbstoffe sehr weich und rund; wesentlich am Nachhall beteiligt, da sie wirklich schön liegen bleiben. Aber eben nicht in der Masse, man muss ihnen schon ein bisschen mit der Zunge am Gaumen hinterherreiben, was aber für mich ein schönes Spätburgunder – Tête-à-Tête ist. Begleitet wird das Ganze von einer frischen Säure, die gerade Rieslingtrinker freuen wird. Im Nachhall dezentes Holz (Stückfass, kein Barrique)  und schließlich kräutrige bis sogar leicht scharfe,… naja, sagen wir mal pikante Eindrücke im Abgang.
Insgesamt ein schöner, mittel zugänglicher Spätburgunder für das Verfassen von Weinblogs, beim Lesen oder auch ruhigen Abenden (kein Partywein!) mit weinaffinen Freunden und Bekannten.
Ein oder zwei Jahre auf der Flasche können dem Sobernheimer aber zur vollen Reife noch zugestanden werden. Die Technik wird in Bad Sobernheim beherrscht, wer solchen Spätburgunder kann, kann deutlich mehr als viele Winzer in Deutschland! Die Trauben habe ich mir zumindest f ür den Jahrgang 2012 selbst angesehen, hier passt alles. Und jetzt grübele ich schon die ganze Zeit, wie der Wein wohl unfiltriert wäre…

Der Preis ist mit 7,90€ ein Hammer, überhaupt sollte man das Weingut K.H. Schneider im Auge behalten! Mittlerweile wird es von Weinkritikern und Weinbüchern immer öfter wahrgenommen, die ersten Preise wurden bereits
gewonnen. Wie immer bleibt bei solchen Winzern die bange Hoffnung, dass sie preislich trinkbar bleiben. Sollte man also besser nicht darüber schreiben? Öh, jetzt erst mal nachschenken! weingut schneider sobernheim

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