Markus Molitor Pinot blanc Haus Klosterberg 2011 trocken Mosel

Markus Molitor derWeinblog Alex Schilling Wein

Ein Pinot blanc aus dem Rieslingland
von Alex. Schilling

Eigentlich ist das Weingut Markus Molitor an der Mosel für seine Rieslinge bekannt, es wird aber auch etwas Weiss- und Spätburgunder produziert. GaultMillau zeichnet das Weingut mittlerweile mit 4 Trauben aus, Eichelmann vergibt 5 Sterne und tituliert „internationaler Spitzenerzeuger“. Selbst das Internet Portal von Cpt. Cork, das sicher unvoreingenommenste in dieser Reihe der Weinjournalie, lobt in einem Artikel (Autor: Clemens Mally) das Weingut Markus Molitor und geht ausführlich auf das Alterungspotential der Weine ein.

Das Gut bewirtschaftet an der Mosel eine ganze Reihe von bekannten Lagen wie Erdener Treppchen, Ürziger Würzgarten, Wehlener Sonnenuhr usw.; mit dem Niedermenniger Herrenberg auch eine Lage in dem nun zur Mosel gehörenden ehemaligen Anbaugebiet Saar. Der Jahrgang 2011 soll laut Stephan Reinhardt  (Effilee) sehr fruchtbetont sein, das Weingut den Weinen mit enormer Frische und Vitalität aber auch einen recht eigenen Charakter verpasst haben. Allgemein werden den Weinen – die bei Verkostungen nicht immer für Einigkeit sorgen – eine hohe bis „enorme“ Lagerfähigkeit zugesprochen. Wie mag sich da nun der Pinot blanc anstellen? Der Name ist übrigens nicht etwa französischen Klonen geschuldet, vielmehr dem international geprägtem Absatzmarkt.

Zum Weingut Markus Molitor aus Bernkastel-Wehlen muss sicher nicht mehr viel gesagt werden. Vielleicht soviel, dass der Betrieb in den letzten 30 Jahren enorm gewachsen und mit heute 38ha (1984 waren es 3ha) Anbaufläche das größte familiengeführte Weingut an der Mosel ist. Markus Molitor gehört zu jenen Winzern, die sich der Lagenthematik voll und ganz verschrieben haben. Die Erzeugung von lagentypischen, also unverwechselbaren Weinen ist das betriebliche Credo. Allerdings steht da – wie bei jedem Winzer mit größeren Lagen – das Weinbaugesetz von 1971 etwas im Weg. (Werde in den nächsten Tagen darauf bei einem Wein aus Württemberg eingehen). Der vorgestellte Wein stammt aus dem Wehlener Klosterberg, eine etwa 14ha große, nach Süden ausgerichtete Lage, die aber derzeit nicht voll bewirtschaftet wird.

Markus Molitor schreibt auf seiner Homepage: „Die Haus- und Hoflage, über unserem Weingut, rechts und links davon steil aufsteigend. Im Seitental gegenüber von Zeltingen gelegen, aber fast reine Südlage. Leichter bis mittelschwerer steiniger Schieferverwitterungsboden mit beträchtlichem Eisenanteil, daher auch mineralische und langlebige Weine mit zarter und feiner Frucht. Neben dem Riesling wachsen hier auch unsere eleganten Weißburgunder.
Die Vermarktung als „Haus Klosterberg“ bedeutet, dass es sich um den am einfachsten produzierten Pinot blanc aus der Lage Wehlener Klosterberg handelt. Auch hier werden die Trauben selektioniert, aber nicht in dem Maß, wie bei den unter dem Lagennamen direkt angebotenen Weinen. Haus Klosterberg wird im Gegenzug zu den übrigen Weinen der Lage „nur“ in einem neuen, großen Holzfass ausgebaut, alle anderen mit Stern (*) gekennzeichneten Qualitäten liegen in Barriques.

Verkostungsnotiz:
Der spontan vergorene, handgelesene Pinot blanc zeigt sich nur im großen Glas und nach ordentlich Luft von seiner kommunikativen Seite. Dann aber spielt er mit komplexer, zwischen Weinbergspfirsich und Stachelbeere grünlicher Frucht die von diesem Weingut erwarteten Noten, dazwischen heimisches von schwarzen Johannisbeeren. Etwas vegetativ phenolisch mit dominantem Eindruck von würzigem Muskat, Haselnuss und gehauchtem schwarzen Tee. Der Ausbau im neuen Holz (großer Fuder) macht sich mit Brioche und leichten Vanilletönchen dezent bemerkbar.
Am Gaumen leichter Körper; der Wein hat dennoch burgundischen Schmelz, ist aber bei weitem nicht fett. Weder eindeutig französisch, noch deutsch… Partiell spitze Säure auf der Zunge, die gesamte Erscheinung wirkt  tatsächlich etwas kantig; ein Glattschliff war hier nie gewollt! Wird auch die nächsten drei oder vier Jahre noch Spaß machen; dann aber auch geschmeidiger werden. Nach dieser Vorlage sind die “großen Brüder” eigentlich Pflicht, der hier gehört im Keller für Gäste vorgehalten.

Für ca. 9€ hier erstanden, den nächst größeren Bruder ab 15€ werde ich mir jetzt erst recht kaufen!

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