Klar, das kann nur einer sein. Lukas Krauß. Liefen vor einigen Jahrzehnten sicher noch viele Winzer mit dieser „Berufskleidung“ durch den Wingert, am besten noch mit grüner Kittelschürz´, hat das heute Seltenheitswert Pornfelder

[dropcap1]D[/dropcap1]er in den sozialen Medien permanent herumgereichte Lukas Krauß, aber auch vom konventionellen Druckwerk immer häufiger „entdeckte“ Lambsheimer ist sicher ein Phänomen unserer Zeit. Mit bewusstem Nonkonformismus schafft er sich einen nachhaltigen Widererkennungswert. Marketing kann er, muss man heute auch können! Auch er muss seinen Wein letztlich wie alle anderen verkaufen. Dazu gehört Arbeit, dazu gehört Werbung, ohne Fingerschnippen geht´s halt nicht! Pornfelder

Lukas Krauß erneuert ohne das Rad neu zu erfinden: Wo andere mit Sternchen, bunten Kapseln oder was auch immer ihre Qualitätsampel bedienen und klanglos in der Masse verschwinden, setzt er dieser einfach den Hut auf.
Ein Hut sind die Gutsweine, zwei Hüte die goldene Mitte und drei Hüte die besonderen, die großen Gewächse… Eigentlich ganz einfach, nicht prätentiös, vor allem sympathisch entspannt.

 

Chapeau…

Lukas KraußDiese Unbekümmertheit, diese Gelassenheit ist es, was bei diesem Mann für Aufmerksamkeit sorgt. Ein Blick auf seine Homepage mag ihm das Kokettieren mit neuzeitlichem 2.0 Facebook-Weinsprech einbringen, Wirklich jedem seiner Weine verleiht er mal eben das Attribut geiler Wein. Andere, ältere Winzer sprechen dann eben von der Seele ihrer Weine, … oder was auch immer. Normale Menschen sagen dazu „lecker“, was auch die Winzer damit eigentlich meinen!

Für den ein oder anderen “Weinkenner” mag geiler Wein ja irgendwie inflationär und ungenauer Mainstream sein. Normale Menschen werden zumindest mal neugierig. Ein mir bekannter Weinblogger stand am Ende mit Weinen von Lukas Krauß sogar recht unentschlossen da. Und das ist gut so!

Wenn nicht alle jubeln, wenn nicht alle der Euphorie verfallen, nicht jeder gleich vom „Kult“ erleuchtet glückseelig vor sich hinstrahlt, dann werden Weine doch eigentlich erst interessant! Es spricht immer für den Winzer und letztlich den Wein, wenn dieser Charakter hat und das nicht mit Massentauglichkeit gleichgesetzt werden kann. Es allen Recht zu machen soll doch bitte den Gärmaschinen der an Aldi Lidl und Co. angeschlossenen Massenbetriebe vorbehalten bleiben.

Da hock ich also nun vor dem Pornfelder aus der Winzerei von Lukas Krauß und frage mich, ob das auch ein geiler Wein ist. Moderne Labeltrinkerrei oder sogar Business-Punk-Zeugs??? Punk, Lukas? Ne, passt nicht. Die Geschichte geht anders:
Portugieser und Dornfelder sind in der Pfalz quasi  Grundnahrungsmittel. Beide Reben säumen in rauen Mengen die pfälzischen Weinberge. Nationalreben!
Daraus eine regionaltypische Cuvée zu machen, ist eigentlich auch nix neues, sondern seit Jahrzehnten gängige Praxis. So mancher Winzer witzelte weinseelig, man müsse doch mal Pornfelder; also Portugieser + Dornfelder füllen. Ein Azubi schrieb das dann bei Lukas Krauß mal auf ein Fass, ein Bild landete in Facebook und sofort wollten alle Pornfelder. Vor 20 Jahren wäre sowas noch unmöglich gewesen. Pornfelder

 

“Château Porneuse”

Lukas Krauß dachte sich, was kann man schon groß verlieren, kreierte ein heute schon längst nicht mehr anzügliches Etikett und vertreibt nun diese traditionsreiche Cuvée recht erfolgreich über die Grenzen der Pfalz hinaus. Dabei bricht Lukas Krauß eben nicht mal mit der Tradition, er haucht ihr neues Leben ein.
Das Metarial für diesen Wein stammt derzeit nicht allein von Lukas Krauß, ein bisschen wird zugekauft. Ziel ist es aber, diesen Wein irgendwann gänzlich allein herstellen zu können. Völlig dem Zufall überlassen wurde das Projekt Pornfelder natürlich nicht. Keine Geringeren als die Medienagenten aus Bad Dürkheim haben sich der Sache angenommen und sie haben es gut gemacht! Dass der Wein dabei polarisieren wird, war von Anfang an klar und auch gewollt.

Denke, dass sich in meinem Glas etwas mehr Portugieser als Dornfelder räkelt. Ordentlich Frucht von dunklen Beeren animieren, das Ding läuft auf jeder Party! Wer sich nach dicker Marmelade sehnt – derzeit ja eher nicht so angesagt – ist hier aber falsch. Ausgekocht ist hier nix. Der Fruchtmix ist einfach authentisch, die Gerbstoffe drängeln sich nicht ins Bild; sind fein und weich, leg Dich zu mir Baby!
Am Ende hat der Tropfen auch noch mehr Nachhall, als man den Reben zutraut. Befürchtete ich doch anfänglich mit diesem Wein auf einen völlig wilden Ritt geschickt zu werden, einem extrovertiertem Stelldichein ausgesetzt zu sein, haben wir es doch hier mit einem ganz soliden Wein zu tun. Eben kein Revoluzer der gröhlend in der Menge steht. Eine Ur-deutsche, klassische Cuvée traditioneller Genese, modern interpretiert und einfach trinkfreudig agil am Gaumen; sicher auch für zweidrei Jährchen lagerfähig. All das Gerede ist eigentlich überflüssig, denn mehr als ein leeres Glas barucht man für diesen Wein nicht! Pornfelder

  • Pornfelder, Rotweincuvée trocken, Pfalz für erschwingliche 8,90€. Wie kann es anders sein, bei GEILE WEINE

Follow on Bloglovin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blue Captcha Image

*