Wwe. Dr. H. Thanisch Erben Thanisch Bernkasteler Badstube Riesling Spätlese 2007 Mosel

Thanisch derWeinblog alex Schilling wein

von Alex. Schilling

Winzer mit dem Namen Thanisch gibt es an der Mosel mehrmals, es muss auf die Schreibweise geachtet werden. Zum einen handelt es sich um mehrere Erblinien des eigentlichen Begründers Dr. Hugo Thanisch, einem ehemaligen preußischen Abgeordneten und seiner Frau, seit 1895 Witwe Katherina. Zum anderen wird die Unterscheidung dadurch erschwert, dass zumindest die Weingüter Witwe Dr. H. Thanisch, Erben Müller-Burggraef und Wwe. Dr. H. Thanisch, Erben Thanisch sehr ähnliche Etiketten verwenden, die betriebliche Trennung erfolgte vor gar nicht allzu langer Zeit erst 1988. Beim schnellen drauf Schauen (hoffe, das ist so konform zur aktuellen Rechtschreibung…) geht man von ein und demselben Weingut aus, die Erben Thanisch Linie ist aber zum Unterschied der Müller-Burggraef Linie auch Gründungsmitglied des VDP und somit am Adler auf dem Flaschenhals zu erkennen. Ein weiteres Weingut Ludwig Thanisch an der Mosel beruft sich bereits auf das Jahr 1648, in wie weit oder ob dieses Weingut überhaupt mit den beiden zuerst Genannten in Verbindung steht, konnte ich nicht herausfinden…

Der vorgestellte Betrieb produziert jährlich ca. 45tsd. Flaschen Riesling und bewirtschaftet Lagen in Bernkastel, Kues, Graach, Lieser und Brauneberg. Als Bernkasteler Badstube wird jene Großlage bezeichnet, aus der dieser Wein stammt; bekannter wird aus dieser Großlage aber der Bernkasteler Doctor sein. Der Stern des Weingutes scheint in den letzten Jahren etwas gesunken zu sein, zumindest was die Popularität angeht. Kaum eine Publikation der 1990er Jahre ohne Nennung des Weingutes, wenn auch die damaligen „Weinführer“ oftmals von der bloßen Abbildung und repetieren etablierter Namen lebten. In aktuellen Publikationen sucht man den Namen aber weitestgehend vergebens, das Kerngeschäft des Weingutes findet aber auch eher auf den internationalen Märkten statt.
Schenkt man dem Gault&Millau Glauben ist es aber Thanisch immer noch ein qualitativ auf höchstem Niveau arbeitender Betrieb, nur ein einziger Wein in der letzten Zeit unter mindestens 90 Punkten. Gut, meine Meinung zu Punkten dürfte bekannt sein, da helfen auch die 89 Parker Punkte des 10er Jahrganges dieses Weines wenig, um spontane Euphorie auf kommen zu lassen.

Thanisch 2 derWeinblog alex Schilling wein

Egal, denn was wir heute im Glas haben ist eine Erwähnung wert. Grünlicher Einschlag mit einem exotisch einschlagendem Bukett, Anklänge von Grapef ruit, etwas Ananas, Zitronen und Melonen liegen hinter einem vordergründigen Duft von Honig und auch heimischen Früchten wie Pf irsich. Ein leicht botrytischer Befall der Trauben lässt sich ebenfalls erahnen. Am Gaumen wird dieses durchweg animierende Erlebnis erst nach
einiger Zeit an der Luft gespiegelt, potenziert wird es aber nicht. Der Wein bleibt für mich eher ein konzentrierter Nasenwein, auch wenn angenehme Feuersteinnoten am Gaumen für lagentypische Reminiszenz sorgen. Gepaart mit einer knackigen Säure und einem gefühlten Zucker über 45g/l (somit nicht lieblich, sondern süß) schafft der Wein es durchaus, sich als Spätlese zu präsentieren.
Zu seinen Gunsten muss man aber auch sagen, dass die meisten Gebietsreferenten in dieser Ausbaustufe deutlich mehr kosten, und somit ein Preis/Leistungs-Verhältnis vorliegt, welches gerade für Einsteiger attraktiv sein sollte.

vermutlich heruntergesetzt für 6,90€ in Mannheim erstanden, ab Hof aktuelle Jahrgänge für 11,50€ zu haben

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