Jülg Riesling Buntsandstein 2012 trocken Pfalz

„Der Trend ist ein launischer Genosse. Weil er oft seine Richtung wechselt, muss man ihm meistens hinterherlaufen…“

Weinblog Jülg Riesling BuntsandsteinZugegeben, der Satz ist nicht von mir. Vielmehr ist es ein Zitat von Johannes Jülg des Weingutes Jülg aus dem südpfälzischen Schweigen. Die Überschrift soll als Kritik verstanden werden. In der Tat werden Winzer immer wieder vor die Frage gestellt, ob sie angesichts so manchen Hypes besser abwarten und das machen, was sie können, oder auf den Zug aufspringen um dann vielleicht in fünf Jahren zu merken, dass sie eh schon viel zu spät dran waren. weinblog jülg riesling buntsandstein

Direkt an der Grenze zu Frankreich und dem Elsass gelegen, sieht man sich in Schweigen als traditionellen Betrieb, arbeitet viel von Hand. Dennoch ist man ein moderner Betrieb. Dem Terroir Gedanken an sich merklich verschrieben, wird der Begriff aber an keiner Stelle erwähnt. weinblog jülg riesling buntsandstein
Das Weingut betrachtet den Schweigener Sonnenberg, vom VDP teilweise als Erste Lage klassifiziert und kurioserweise auch zu Teilen bereits auf französischem Staatsgebiet gelegen, als Teil der Natur. Hier tummeln sich auch große Namen wie z.B. Friedrich Becker, der den Kalkböden spannende Spätburgunder entlockt. 
Die dort auf Kalk, Lehm und Sandsteinböden wachsenden Weine werden im Weingut Jülg temperaturgesteuert im Stahltank vergoren, der Ausbau erfolgt im großen Eichenfass oder auch Barrique. weinblog jülg riesling buntsandstein

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mancher mag Heraldik als altbacken empfinden, ich freu mich über sowas immer wieder!

[dropcap1]V[/dropcap1] Der heutige Riesling vom Buntsandstein kann irgendwie alles, bleibt aber strukturiert verständlich. Zum einen hat er eine feinsaftige Frucht, die mich an Pfirsiche und auch Zitronengras erinnert. Mit einem fast schon zarten Körper bei eher blassgelben Tönen schiebt er auch recht viel Geröll durch die Gegend. Zu dieser für mich überraschenden Mineralik gesellen sich leicht herbe und kräutrige Eindrücke, aber eben auch Gewürznoten. Der Ausbau im Großen Holz ist als Assoziation an Weissburgunder spürbar, aber fast schon zu dezent geraten. Mit einer lebendig frischen Säure und letztlich auch nicht gänzlich staubtrocken bietet der Pfälzer überzeugenden Trinkfluss. Modern, aber nicht modisch! Ein daily drinkable im Besten Sinne!

Für 8,50€ abseits der großen online Händler hier bei Karl-Kerler erstanden

übrigens, es gibt sie noch, die Foren! Über Jülg kann man hier noch was nachlesen


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