Jössas! Der Captain ist wieder da

Kategorien Allgemein, Kolumne, ab und an auch Pamphlet

Nachdem er also vor etwa einem Jahr das Schiff unter captaincork.com verlassen hat, taucht der Captain aka Manfred Klimek als weincaptain.com wieder auf. Vor wenigen Tagen dann wurde die neue URL viral verbreitet, eine Facebook Fanpage eröffnet. 1000 Likes nach 10 Stunden…

[dropcap1]B[/dropcap1]in gespannt auf das Projekt. Es dürfte sich sicher – soweit das bei der maritimen Anlehnung der Sache möglich ist – um einen recht wilden Ritt handeln. Gut so. Man wird jubeln, man wird den Captain als Kult zelebrieren, andere wird er “nur” unterhalten, wieder andere werden ihn hassen. Charisma & Character: Manfred Klimek, das „L’enfant terrible“ unter den deutschen Weinschreibern ist (bald) zurück.

weinblog-weincaptainBei all dem Rang den der in Berlin lebende Wiener Exilant Klimek unweigerlich als Influencer hat: Auf die Mannschaft kommt es an! Das neue Portal will eine „pluralistische Weinplattform“ sein, einziges Äquivalent dazu wäre bisher nur, so Klimek,  die Gruppe „Hauptsache Wein“ auf Facebook mit fast 4500 Mitgliedern.  Wirklich aktiv sind dort ein paar hundert, der Rest liest interessiert mit. Was also darf man erwarten?

Viele bereits Bekannte werden ihren Dienst beim neuen Captain antreten. Helmut O. Knall aka „Knalli“ wurde schon als „Bukowski“ (Klimek) der Scene nominiert. Auch Würtz und Breitenfeld – als sendungsstarke Köpfe der deutschsprachigen Weinschreiberei – werden sicher von sich hören lassen. Markus Hofschuster und Felix Eschenauer würde ich mir als Autoren wünschen, der einzige Stylemaat a.D. Deutschlands, Florian Severin Küblbeck, ist mit dabei. Auch wird es wieder “Filme” zusammen mit Gerhard Retter geben, Altleser von Captain Cork wissen bescheid! Wie die Einbindung der Leser auf weincaptain.com funktionieren wird muss man abwarten.

Man kann zu capatincork.com in seiner jetzigen Form stehen wie man will, weincaptain.com muss aber trotz der Namensverwandschaft anders sein! Selbst hatte ich bei Captain Cork zwei Gastauftritte. Nachdem der Captain gegangen war. Wiederholen werde ich das nicht. War ein Experiment; man hat was gelernt und gut is.
Zugegeben, die viele Werbung nervt. Auch ist das Portal nicht unabhängig. In der Regel werden Weine nur gegen ein Entgelt vorgestellt, welches vom Betreiber der dann genannten Bezugsquelle zu entrichten ist. Es wäre zumindest fair, dass dem Leser irgendwie mittzuteilen. Dass man damit Geld verdienst ist grundsätzlich nicht falsch, auch Klimek hat zu seinen Zeiten keinen Hehl aus dem monetären Erfolg der Seite gemacht.

Warum der neue Auftritt von Klimek jetzt Weincaptain.com heißen muss bleibt offen. Sicher, das Image ist da, warum dieses nicht auch pflegen? Auch aus Sicht der Google-Suche ist die Affinität, oder eben gewollte Konkurenz, zum alten Arbeitgeber des Captain schnell gemacht. Es klingt für mich aber auch ein bisschen nach  jetzt erst Recht!
Die Nachwehen des Auseinandergehens waren bis vor wenigen Wochen immer mal wieder in den social Medias zu spüren; warum man geschäftliche Zerwürfnisse derart öffentlich pflegen muss? Ich weiß es nicht…

Ein stets souverän auftretender Klimek hätte als derWeinlennox, The Terence of Wine oder was auch immer sicher keine Startprobleme – Manfred Klimek ist unter dem Pseudonym Terence Lennox auf FB bekanntermaßen ebenfalls unterwegs. Wenn auch vielfältig konzipiert, die neue Seite wird natürlich weitestgehend von der Person Klimek quasi als An­chor­man aka Weincaptain leben.

Und das ist in Zeiten, in denen Blogger und sonstwie über Wein Schreibende gerne über angeblich längst überholte Gurus und Weinwissende betont phlegmatisch lächeln, dennoch kein Problem. Im Gegenteil: Die erst kürzlich erfolgten Äußerungen über Blogger eines Stuart Pigott als Vertreter der noch gedruckten Zunft zeigt, wie wichtig Blogger sind und weiterhin werden. Offensichtlich kratzen sie an der Konvention, das Establishment zeigte sich verärgert!
Natürlich lebt die Scene von bekannten Gesichtern. Natürlich bedarf es der – um beim Thema zu bleiben – wahrnehmbaren Positionsleuchten. Ein Zeichen der Zeit ist aber, dass man frei entscheidet darauf zuzusteuern, oder eben ausweicht. Auch wird man Klimek den Wunsch nach Deutungshoheit wohl kaum nachsagen können!

Bin sehr neugierig, was uns weincaptain.com ab 1. März 2015 bieten wird. Ganz im Sinne der Vielfältigkeit kann ein weiteres Wein – Portal im Netz nicht schaden. Wenn die Seite  Entdeckungsfreude am Wein lebt und es der Weincaptain schaftt, dass man als Leser mit auf die Weinreise genommen werden möchte, dann hätten wir tatsächlich eine Bereicherung mehr am deutschen Weinhimmel!

1 Gedanke zu „Jössas! Der Captain ist wieder da

  1. Vielen Dank für die angenehmen Worte. Weincaptain deswegen, weil ich in der Weinszene als Captain bekannt wurde. Das ist eine Marke, die mir auch rechtlich nicht zu nehmen ist und die ich weiter pflege. Aber es wird kein Schiff, keine Maate und keine Matrosen geben. Dafür Unterhaltungsjournalismus mit – ja! – einem Bildungsauftrag. Doch ist der Weincaptain nur die erste Gründung dieses Jahres. Weitere zwei werden folgen..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blue Captcha Image

*