Zehnthof Luckert Blauer Silvaner Sulzfelder Maustal 2011 trocken Franken

von Alex. Schilling Zehnthof Luckert Zehnthof Luckert Zehnthof Luckert Zehnthof Luckert Zehnthof Luckert Zehnthof Luckert Zehnthof Luckert

Heute mal mit Zehnthof Luckert einer der Top – Winzer aus Franken. Eigentlich wollte ich ja von solchen Stars Abstand nehmen und mehr den kleinen, unbekannten Weingütern meine Aufmerksamkeit widmen, aber gut, jetzt ist es passiert und ich habe dennoch ein Fläschchen ergattert.

Interessant übrigens: Auf die Frage an meinen Weinhändler, „wie is der denn so?“  antwortete er erstmal ziemlich genervt: „Jedes Jahr teurer!“ Gut, Zehnthof Luckert ist für viele Weinkritiker und Händlergrößen wie z.B. Martin Kössler einer der wenigen überhaupt trinkbaren Frankenweine… Nunja, dies lässt sich mit der Subjektivität beim Weingenuss und natürlich dem Verkaufsinteresse des Weinhändlers recht schnell vom Tisch fegen. Sei´s drum… Aber auch die Presse jubelt und trällert in den höchsten Tönen, hat den Riesling des Weingutes auch schon mal zum besten Deutschlands erklärt, zum Verdruss der Winzer im Rheingau, an der Mosel usw…

Dann schauen wir aber mal ganz genau hin, ob der was taugt. Seitens des Marketings wurde schon mal alles richtig gemacht: Frankenwein in der Burgunderflasche, nicht einfach Silvaner, sondern „Blauer Silvaner“ dazu, auffallend gelbe Verschlüsse, man denkt doch recht schnell an so genannte „Gelblack – Qualitäten“ anderer Anbaugebiete. Kurzum, dieser Wein fällt nicht nur im Frankenweinregal auf. Gut, man muss noch dazu sagen, dass Blauer Silvaner kein normaler Silvaner ist, sondern ein in Deutschland kaum angebauter alter, recht ertragreicher Rebtyp, dessen Beeren ähnlich dem Gewürztraminer sehr dunkle, blauviolette bis rötliche Schalen haben.

Im Glas zeigen sich bei diesem Zehnthof Luckert deutliche mineralische Noten, ein bisschen grüne Paprika und vor allem hefige Noten. Ist nicht jedermanns Sache, hier zeigt sich bereits, dass das kein gewöhnlicher „fränkischer Silvaner“ mit praller Frucht und etwas Zucker ist. Reinzuchthefen? Sicher nicht! Holzfass? Ganz bestimmt!
Wenn er dann ein bisschen im Glas steht, machen sich auch leichte Muskattöne bemerkbar. Kleines Experiment: Augen zu und an Spätburgunder denken, dann riechen. Funktioniert sofort, sehr erstaunlich! Der Geruch verdient also durchaus bereits die Umschreibung „vielschichtige, versprechende und vor allem charaktervolle Nase“.
Der Körper dicht gepackt mit zartem Schmelz, liegt unheimlich gut im Mund, man will den Wein sofort hin und her schubsen und damit spielen. Beim Spielen dann die nächste Verblüffung: Tannine! Ganz fein und rund bleiben sie auf der Zunge liegen und so langsam kündigt sich ein deutlicher, würziger  Nachhall mit Noten von geräuchertem Speck an.
Dabei ist der Wein richtig trocken, wenn es überhaupt 2-3g/l Restzucker sind, würde es mich wundern. Man hat die Hefen in Ruhe ihr Werk machen lassen, 13% Alkohol ist schon etwas mehr als üblich, geht doch ganz  ordentlich in den Kopp.

Nun war ich noch auf der Homepage des Weingutes, hier werden in der Beschreibung auch Noten von Aprikosen erwähnt. Nunja, die blieben mir eher verborgen, Gummibären freie Zone! Aber so ist das nun mal. Wein ist subjektiv und mir gefällt er richtig gut. Es ist einer dieser Wenn-ich-mal-reich-bin-fülle-ich-meinen- Keller-damit-Weine.

Ab Hof für 10€ zu haben. Ein (noch) anständiger Preis, wäre schön, wenn es dabei bliebe…

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