“La Rosine” – Ein Anderswein, ein Überzeuger von der Rhône

Syrah ist mir meist zu laut, zu uniform, zu weltmännisch. Auch “La Rosine”, ein betörender Anderswein von der Nordrhône wird den Weinblog nicht grundsätzlich umstimmen. Er belegt aber vielmehr, dass es Wege abseits der ausgetretenen (industriellen) Pfade gibt. Wunderbar!

Wein des Monats: November 2014

[dropcap1]O[/dropcap1]hne Luft geht hier gar nichts. Wer aufmacht und trinken will, wird enttäuscht. Wer „La Rosine“ stehen lässt und bis zum nächsten Abend warten kann, wird dafür reichlich belohnt.
Der Weinblog ist heute auf einer wunderbaren Weinreise zu einem recht traditionellen Weingut. Der Hinweis ist notwendig, da dies an der Nordrhône eher Seltenheitswert hat. Michel & Stephane, Vater und Sohn, arbeiten auf der winzigen, gleichnamigen Domaine Hand in Hand. Sie vergären ihre Weine spontan, ausgebaut wird dezent gekonnt in neuem Holz. “La Rosine” – Ein Anderswein, ein Überzeuger von der Rhône weiterlesen

#Leertrinker02: Bachmann Greulich, Riesling Spätlese Lorcher Berg 2011, Rheingau

Ein Mikro – Weingut, ein Partnerprojekt des fränkischen Ebracher Hof mit Markus Greulich und Hubert Bachmann im Rheingau. Die beiden haben sich während des Studiums in Geisenheim kennen gelernt

[dropcap1]A[/dropcap1]us extrem steilen und arbeitsintensiven Parzellen im Lorcher Berg, die eigentlich schon dem Kettensägenopfer geweiht waren, erzeugen sie seit 2006 besonders charaktervolle Weine.

Marketing gibt es hier keines, braucht man auch nicht. Die wenigen jährlich gefüllten Flaschen haben es auf Anhieb in die internationale Spitzengastronomie geschafft. Man prahlt weder mit der durchgeführten spontanen Gärung, noch der weitestgehend biologischen Arbeit. Zertifiziert ist man eh nicht. Auch das Design der Flaschen verrät den puristischen Ansatz, hier geht es wirklich nur um Inhalte.

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Urtümlicher Krafsstoff für Rieslingnerds, rein, schnörkellos und wunderbar direkt. In der Nase starke Eindrücke von gelben Früchten, tiefe Kräuterwürze am Gaumen, Thymian und Kräuterwiese. Der Assoziationsfreude wird hier großer Freiraum gelassen. Agiert sehr direkt und saftig mit unheimlich viel Druck am Gaumen, solide Riesling-Säure. Anhaltender, wärmender Nachhall.

Offensichtlicher Wein aus dem Rheingau, viel deutlicher zeigt deutscher Wein seine Herkunft selten. Terroirwein, ohne dass jemand davon spricht. Ein völliger Underdog unter den großen Namen des Gebietes, überzeugend bis zum letzten Schluck. Nicht nur die Gastronomie sollte hier zugreifen!

Gibt´s für ca. 16€, Bezugsquellen findet ihr hier
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Barbera d´Asti Incisiana aus dem Piemont, nicht aus dem Barrique

Während also die Weinwelt unter den Eindrücken der asiatischen Kirschessigfliege, Pilzdruck und viel Feuchtigkeit noch über den unbekannten Ausgang des Weinjahres 2014 diskutiert, flüchtet der Weinblog in das traditionsreiche Piemont zu einem gelungenen Tröpfchen aus 2010 barbera incisiana weinblog
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Wein des Monats: Oktober 2014

[dropcap1]H[/dropcap1]eute im Glas ein Barbera d´Asti welcher mit Kraft und Tiefgang überzeugt, noch ein paar  Jährchen im Keller liegen könnte und für mich ein eindeutiges Signal ist: Piemont ist wieder da!
Nach dem die Schatzkammer der großen italienischen Weine Barolo, Barbaresco und Barbera die letzten Jahre etwas in der zweiten Reihe stand, man dafür aber immer wieder gute Tropfen für gutes Geld fand, tut sich was. Man (be)lebt wieder die Tradition, sucht die Ursprünglichkeit und erzeugt Weine, die nicht in irgendeine Richtung geprügelt werden.
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