Ziereisens Muskateller – eine Zeitreise

Muskateller ist vielleicht eine der am meisten unterschätzen Rebsorten der Welt. Eine der ältesten übrigens auch und dann leider auch eine der anfälligsten für allerlei Krankheiten im Wingert. Trockenes Klima aber kommt ihr zu Gute, vielleicht ein Gewinner der Erderwärmung?

[dropcap1]B[/dropcap1]esondere Verbreitung findet die aus Kleinasien stammende Rebsorte als Muscat heute im Elsass, nicht zu verwechseln mit der aus dem Bordelais bekannten Rebe Muscadelle, die dort meist zum Verschneiden genutzt wird. Was hier aber so ähnlich klingt, ist nicht mal genetisch miteinander verwandt.
Weiter Verwirrung stiftet der Umstand, dass diese als weiße Rebe bekannte Sorte in ihren vielen Unterarten auch dunkelrote Beeren ausbildet. Wie sonst kaum eine Rebsorte ist Muskateller dann auch als Speisetraube, z. B. als Muscat d´Alexandria bekannt.

Die Römer bezeichneten den Muskateller als „Bienentraube“, wohl weil die Rebe auf diese eine besondere Anziehungskraft ausübte; letztlich für den Fortbestand natürlich entscheidend. Auch gewöhnliche Fliegen sollen an den Beeren Gefallen gefunden haben, die lateinische Entsprechung für Fliege Musca könnte dann auch für die Namensgebung verantwortlich sein. Ob die Namensgebung vielleicht von der Muskatnuss hergeleitet werden kann? Immerhin ist bei vielen Weinen aus Muskateller eine aromatische Assoziation möglich.
Größere Verbreitung nördlich der Alpen fand die Rebe erst im Hochmittelalter. Sie wurde nicht etwa schon von den Römern über die Alpen gebracht, diese schafften sie nur bis nach Südfrankreich. Erst als die Kaufleute ab dem 12. Jhd. mit weitreichenden Handelsbeziehungen über Venedig bis in den Orient vorstießen, gelangte die Rebe endgültig auch nach Nordeuropa. Ziereisens Muskateller – eine Zeitreise weiterlesen

Villa Antinori Chianti Classico Riserva 2011 Toskana

Kaum eine Weinbauregion mag ästhetischer anmuten als die Toskana. Historisch noch vor der Romanisierung bereits bedeutend, lassen sich ich heute in Städten wie Arezzo die baulichen Spuren der Etrusker wie z.B. polygonales Mauerwerk immer noch finden. Fast jeder Blickwinkel der Landschaft hat das Potential, es als Panoramabild in diverse Sehnsucht erweckende Reiseprospekte, auf die Nudelpackungen dieser Welt oder die Leinwand zahlreicher Hobbymaler im Urlaub zu schaffen.

Die offene Architektur der Landhäuser mit ihren freien Dachräumen, sowie eine reichhaltige Kulinarik – abend´s, wenn die große Hitze vorbei ist – lassen einen bereits an die Rente und ein kleines Häuschen dort denken. Wer in die Toskana fährt, kommt mit Fernweh zurück!

Chianti außerhalb der Hauptreisezeit: viel schöner im September? Vor allem nicht so heiß UND Erntezeit. Bild: Francesco Sgroi

 

[dropcap1]D[/dropcap1]ie Toskana ist auch Antinori-Land. Das Weingut, besser die Familie dahinter, ist eine recht große Nummer. Begonnen hat das alles vor über 600 Jahren, mittlerweile wirtschaftet die 26. Generation. Mit mehreren Weingütern in der Toskana und einem in Umbrien ein Magnat der Seinesgleichen sucht. antinori chianti classico riserva weinblog
Dazu gehören die Weingüter Pèppoli, die weltberühmte Tenuta Tignanello, Badia a Passignano, das Castello della Sala, die Tenuta Pian delle Vigne, Tenuta Guado al Tasso und schließlich das Stammhaus Antinori; zusammen mal läppische 760ha Rebfläche. Villa Antinori Chianti Classico Riserva 2011 Toskana weiterlesen

Winzer mit Hut – Pornfelder

Klar, das kann nur einer sein. Lukas Krauß. Liefen vor einigen Jahrzehnten sicher noch viele Winzer mit dieser „Berufskleidung“ durch den Wingert, am besten noch mit grüner Kittelschürz´, hat das heute Seltenheitswert Pornfelder

[dropcap1]D[/dropcap1]er in den sozialen Medien permanent herumgereichte Lukas Krauß, aber auch vom konventionellen Druckwerk immer häufiger „entdeckte“ Lambsheimer ist sicher ein Phänomen unserer Zeit. Mit bewusstem Nonkonformismus schafft er sich einen nachhaltigen Widererkennungswert. Marketing kann er, muss man heute auch können! Auch er muss seinen Wein letztlich wie alle anderen verkaufen. Dazu gehört Arbeit, dazu gehört Werbung, ohne Fingerschnippen geht´s halt nicht! Pornfelder

Lukas Krauß erneuert ohne das Rad neu zu erfinden: Wo andere mit Sternchen, bunten Kapseln oder was auch immer ihre Qualitätsampel bedienen und klanglos in der Masse verschwinden, setzt er dieser einfach den Hut auf.
Ein Hut sind die Gutsweine, zwei Hüte die goldene Mitte und drei Hüte die besonderen, die großen Gewächse… Eigentlich ganz einfach, nicht prätentiös, vor allem sympathisch entspannt.
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