Domberg – Marbach – Felsenberg

Seit mehr als 1000 Jahren wird an der Nahe Wein angebaut. Als Spitzenerzeuger wirklich etablieren konnten sich die Betriebe zwischen Bingen am Rhein und Meisenheim am Glan aber erst in den letzten 15 Jahren. Zu lange stand das eher kleine Anbaugebiet im Schatten von Rheingau und Mosel als internationale Player und Aushängeschilder der Republik

[dropcap1]D[/dropcap1]abei wäre es dem Anbaugebiet und dessen Winzerschaft wirklich zu gönnen, ebenfalls als Vorzeiger zu gelten. Qualitativ gibt´s da nämlich nix zu deuteln. Im Gegenteil: Tradition kann schwer wiegen und wirklich im Wege stehen. Oftmals wird um längst erkaltete Asche getanzt und übersehen, dass der Kunde nach neuem Feuer, Glut und der Besinnlichkeit eines Lagerfeuers verlangt.

Weinbaugesetz 1971Zu Verdanken hat man den langsamen Aufstieg an der Nahe sicher auch dem in der Weinszene immer mal wieder heiß diskutiertem Weinbaugesetz von 1971. Ohne Herkunft und Profil geht aber nichts, der Paragraph definierte die Nahe als eigenes Weinbaugebiet, zuvor sprach man lapidar vom „Rheinwein“. Domberg – Marbach – Felsenberg weiterlesen

#Leertrinker 01: Haas, Langenlonsheim

Eine neue Rubrik? Ja, irgendwie schon. Zumindest möchte ich auf der Weinblog einer besonderen Kategorie von Weinen etwas mehr Platz verschaffen. Jene Weine, von denen die Flasche ausgetrunken wurde, aber es aus verschiedenen Gründen zu keinem längeren Text gekommen ist.

[dropcap1]A[/dropcap1]ngesichts von ca. 1500 verkosteten Weinen im Jahr gibt es solche Weine sogar recht häufig. Es fällt immer dann besonders auf, wenn man nach Tagen am Altglascontainer steht, nochmal kurz auf das Etikett schaut: „ach ja, der war nicht schlecht…“

Kurzum, #Leertrinker soll ohne große Umschweife auf gute, alltagstaugliche Weine verweisen und kommt damit vielleicht sogar dem ursprünglichen Gedanken von der Weinblog wieder ein bisschen näher.

Der ertse #Leertrinker macht  Station in Langenlonsheim an der Nahe. Diese kleine, von vielen Winzerseelen bevölkerte Städtchen an der oberen Nahe dürfte dem ein oder anderen durch den ehemaligen VDP Betrieb Tesch bekannt sein. #Leertrinker 01: Haas, Langenlonsheim weiterlesen

K.H. Schneider: Die Lachsflüsterer

Es ist alles so wunderbar. Kurzurlaub an der Nahe, in Bad Sobernheim und Umgebung. Fleißige Leser dieses Weinblog werden meine stete Begeisterung für die Region bereits kennen; auch ist das heutige Weingut kein Neuling. Nun könnte man die üblichen Floskeln vom Aufsteiger und Jungwinzer Andi Schneider des gleichnamigen Weingut K.H. Schneider tippseln. Dabei würde man aber übersehen, dass es sich doch um einen Familienbetrieb handelt. Drei Generationen leisten hier ihren Teil, die nächste ist bereits auf der Welt. Aufsteiger ist eh Nonsens, das Weingut K.H. Schneider gehört an der Nahe schon längst zur Gebietsspitze! K.H. Schneider Rosee weinblog

[dropcap1]A[/dropcap1]ndi Schneider ist der Frontmann des Betriebes. Zusammen mit seinem Vater ist er der Kellermeister sowie für die Präsentation nach Außen zuständig. Der erst spät zum Weinbau Berufene hat in Heilbronn studiert, verbrachte einige Zeit in Neuseeland und ist Qualitätsfanatiker. Zur Lese macht er die ganze Familie nervös und geht nochmal von Bütt zu Bütt um das Lesegut zu kontrollieren. K.H. Schneider Rosee weinblog
Da auch an der Nahe das Prinzip „nomen est omen“ immer stärker Einzug hält, ist für mich der Inhalt der Flasche umso bedeutender. Hochglannzgeprägte, vielleicht ssogar goldene Lettern auf dem Etikett, bereichern mein Verständnis von Wertigkeit nicht. Allein die Arbeit zählt. Namen kann man nicht schmecken. K.H. Schneider Rosee weinblog

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Eigentlich müsste man an dieser Stelle über die Perlen des Weingutes berichten. Wunderbar trockene Rieslinge wachsen auf Vulkanstein im Schlossböckelheimer Felsenberg. Hier teilt man sich mit bekannten VDP Betrieben wie Dr. Crusius, Dönhoff und Schäfer-Fröhlich den Wingert. Überzeugende Bodenbekenntnisse stammen aus dem mineralisch anmutenden Sobernheimer Domberg (auf der verlinkten Seite befindet sich ein Fehler, die im Nordosten ausgewiesene Fläche gehört nicht zum Domberg…), der reinsortige, samtig und leicht rauchige Spätburgunder – R – stammt aus der Lage Marbach. Mittlerweile werden ca. 12ha Rebfläche bewirtschaftet, davon 60% Steillage. Die Lagenrieslinge sowie die Spätburgunder landen zudem im großen Holzfass. Die Weine werden zu großen Teilen spontan vergoren, um das alles wird aber wenig Aufsehen gemacht. Kein lautes Charisma, sondern Character. K.H. Schneider: Die Lachsflüsterer weiterlesen