K. H. Schneider Grauburgunder 2010 trocken Nahe

Lagerfeuerwein von der Nahe

K. H. Schneider Sobernheim derweinblog alex schilling wein

von Alex. Schilling

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Dem heutigen Wein stand ich zuerst skeptisch gegenüber, Grauburgunder, oder bei den Italienern Pinot Grigio und den Franzosen Pinot Gris. Warum die Skepsis? Vielleicht, weil so viele italienische Gastwirte immer noch glauben, einen Pinot Grigio aus der zwei Liter Bombe – im Einkauf 2,99€ – f ür 3,50€ das Gläschen vorsetzen zu müssen. Entsetzlich dünn, blass …

Aber dieses Weingut ist eben anders, bei K. H. Schneider aus Bad Sobernheim an der Nahe passen auch die einfachen Basisweine. Was für deren Rieslinge und Spätburgunder schon längst gilt, wird auch bei diesem Grauburgunder konsequent durchgesetzt. Er darf Charakter haben, darf spielen und ist alles andere als ein vordefiniertes Massenprodukt für den Verkauf im Großhandel oder Supermarkt. Was diesen Wein ausmacht, ist die lange Maischegärung. Dieses eigentlich bei Rotweinen angewandte Verfahren sorgt dafür, dass aus der Schale der Trauben ordentlich Extrakte gezogen werden. Bei den Rotweinen sitzt die Farbe in der Schale, wenn man also einer rote Beere nur kurze Maischegärung zugesteht, entstehen z.B. die für ihre Leichtigkeit beliebten Roseweine. Lässt man es darauf ankommen, kann man aus einer tief roten Rebe einen wirklichen Weißwein machen, das ist dann ein Blanc de Noirs. K. H. Schneider K. H. Schneider K. H. Schneider K. H. Schneider K. H. Schneider

Zurück zum Grauburgunder. Die Trauben werden für diesen Wein selektiert und wie alle Trauben bei K. H. Schneider von Hand gelesen, so dass nur beste Qualität in die Flasche kommt. In der Nase zeigt der Grauburgunder etwas Holz, wurde aber im Stahltank vergoren.  Woher diese Note kommt, oder ob ich da was hineininterpretiere, lässt sich nicht eindeutig sagen, allerdings wird das Phänomen gern auf den BSA (biologischen Säureabbau) zurückgeführt. Vielleicht ist es doch ein Vermerk des langen Hefelagers. K. H. Schneider K. H. Schneider K. H. Schneider

Jedenfalls hat der Wein eine ganz besondere, eigene Nase, die ich so von Grauburgunder kaum kenne. Sehr schön. Nach diesem mir unerklärlichem Holztönchen auf jeden Fall ordentlich Früchte, es dominieren gelbe Äpfel, Quitten und Birnen. Ein bisschen Mineralik weht auch herum; das Bukett verspricht einiges und macht schon so richtig Spaß! Am Gaumen dann schöner Schmelz (sattes Mundgefühl) und ganz dezent salzige Zungenspitze. Die Steinbeißer unter den Weißweintrinkern werden hier mehr wollen. Da kann man bereits ab dem Gutsriesling aus dem vollen schöpfen. Dann aber würde diese wunderschöne Harmonie der Frucht verdrängt werden. Gerade an den heißen Tagen wie heute bietet sich am Ende ein frischer Säurekick mit einem würzigen Nachhall zum relaxen an. Jeder kennt die Formulierung: „Passt zu allen Gelegenheiten“. Da ich strikt gegen diese Gleichschaltung bin, suche ich mir ganz bewusst Gelegenheiten. Für mich ist das intuitiv ein Lagerfeuerwein; unheimlich gesellig, frischer Abendwind aber dennoch wärmend. Gelungenes Weinchen, für Grauburgunder wirklich Finesse und das Ganze wieder für wenig Geld zu haben

Der 10er ist leider schon längst aus, für 5,80€ dann eben den 11er

Willi Schaefer Graacher Riesling 2010 trocken Mosel

Willi Schaefer weinblog 
von Alex. Schilling Willi Schaefer Willi Schaefer Willi Schaefer Willi Schaefer

Das Weingut Willi Schaefer aus Bernkastel an der Mosel ist ein traditioneller Familienbetrieb, VDP Mitglied und hat gerade einmal 3 Hektar Anbauf läche (falls ich richtig inf ormiert bin). Die Flasche hat ein richtig altbackenes
Etikett, was aber sichtlich so gewollt ist. Schön, authentisch, mir gefällt das! Liebe Familie Schaefer, wenn es irgendwie geht, vergrößert eure Rebfläche, denn so seid ihr immer wahnsinnig schnell ausgetrunken und nur sehr schwer zu bekommen! Will gar nicht lange drum herum reden und direkt auf diesen außergwöhnlichen Wein kommen. weinblog Willi Schaefer Graacher Riesling 2010 trocken Mosel weiterlesen

Schneider und Sohn 2010 Riesling “Sobernheimer Tonschiefer” Nahe

Sobernheimer TonschieferDer Name ist Programm. Beginnend mit einem satten, fruchtigen Bukett von reifem Obst wie gelben Äpfeln, setzt sich diese Fruchtigkeit mit deutlich schmeckbaren Aprikosen auf der Zunge fort. Begeistern wird den Rieslingfreund die so gern als „druckvolle Mineralik“ bezeichnete Eigenschaft, die unser heutiger Kandidat merklich seiner Herkunft verdankt: Dem Tonschiefer. Auch könnte man hier vom einzigartig wiedergegebenen „Terroir“ sprechen. Gepaart mit ganz leisen Hefetönen macht der Schiefer hier richtig Laune. Begleitet von einer deutlichen, wunderbar knackigen Säure präsentiert sich in Sachen Riesling eine Allzweckwaffe! Gehobener, direkter Genuß ohne Schnörkel. Kein Alleskönner, vielmehr eine Referenz seines Faches, ein Geologe! Dennoch unkomplizierter Trinkgenuß bei leichtem Körper und schönem Nachhall. Wer nicht so
gern an Steinen nagt, ist hier genau richtig.

Ab Hof für 7,50€