Willi Schaefer Graacher Riesling 2010 trocken Mosel

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von Alex. Schilling Willi Schaefer Willi Schaefer Willi Schaefer Willi Schaefer

Das Weingut Willi Schaefer aus Bernkastel an der Mosel ist ein traditioneller Familienbetrieb, VDP Mitglied und hat gerade einmal 3 Hektar Anbauf läche (falls ich richtig inf ormiert bin). Die Flasche hat ein richtig altbackenes
Etikett, was aber sichtlich so gewollt ist. Schön, authentisch, mir gefällt das! Liebe Familie Schaefer, wenn es irgendwie geht, vergrößert eure Rebfläche, denn so seid ihr immer wahnsinnig schnell ausgetrunken und nur sehr schwer zu bekommen! Will gar nicht lange drum herum reden und direkt auf diesen außergwöhnlichen Wein kommen. weinblog Willi Schaefer Graacher Riesling 2010 trocken Mosel weiterlesen

Schneider und Sohn 2010 Riesling “Sobernheimer Tonschiefer” Nahe

Sobernheimer TonschieferDer Name ist Programm. Beginnend mit einem satten, fruchtigen Bukett von reifem Obst wie gelben Äpfeln, setzt sich diese Fruchtigkeit mit deutlich schmeckbaren Aprikosen auf der Zunge fort. Begeistern wird den Rieslingfreund die so gern als „druckvolle Mineralik“ bezeichnete Eigenschaft, die unser heutiger Kandidat merklich seiner Herkunft verdankt: Dem Tonschiefer. Auch könnte man hier vom einzigartig wiedergegebenen „Terroir“ sprechen. Gepaart mit ganz leisen Hefetönen macht der Schiefer hier richtig Laune. Begleitet von einer deutlichen, wunderbar knackigen Säure präsentiert sich in Sachen Riesling eine Allzweckwaffe! Gehobener, direkter Genuß ohne Schnörkel. Kein Alleskönner, vielmehr eine Referenz seines Faches, ein Geologe! Dennoch unkomplizierter Trinkgenuß bei leichtem Körper und schönem Nachhall. Wer nicht so
gern an Steinen nagt, ist hier genau richtig.

Ab Hof für 7,50€

Fritz Keller Spätburgunder Réserve 2009 Baden Edt. Aldi

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Vielleicht erst ein paar Worte zur “Edition Fritz Keller”, denn es handelt sich offenkundig um was Spezielles, so will es Aldi zumindest verstanden wissen: Fritz Keller selbst ist ein Großwinzer, bewirtschaftet etwa 50 Hektar (was sehr viel ist) im wunderschönen Baden „von der Sonne… ja, kennen wir schon“. Fritz Keller aus Oberbergen im Kaiserstuhl ist durchaus für gute- und Spitzenqualitäten bekannt und gilt als Referenz der Region. Fritz Keller bekommt man normalerweise bei dem Weinhändler Dimpfelmoser (siehe Beitrag „Supermarktweine“), allerdings handelt es sich bei dieser „Edition“ um ein bewusst für den Discounter Aldi Süd geschaffenes Label. Weine von Fritz Keller gibt es also in rauen Mengen, wobei der Réserve auch bei Aldi dann aber extrem begrenzt ist. Frage mich also, was genau daran “Edition” ist, taugt das ganze auch was, oder ist es eben einer der vielen homogenen Weine, die der Supermarkt für uns bereit hält? fritz keller spatburgunder reserve weinblog
Keller hat um sich herum etwa 500 Winzer versammelt, die nach bestimmten Vorgaben Wein machen. Dabei gelten hohe Ansprüche, Standard sind Ertragsreduzierung und Handlese. Vom Prinzip her handelt es sich also um nicht industriell, sondern handwerklich gefertigte, authentische Weine, die dann zusammengekippt werden. Darf man das? Das Weinbaugesetz sieht da gar keine Probleme, auch bin ich geneigt, Aldi hier zumindest guten Willen zu unterstellen. Es gibt Schlimmeres!

Diese Edition und das Vorgehen ist ein bisschen als Genossenschaft zu verstehen. Deutlich wird das aber aus den Angaben auf der Flasche nicht, was mich dann doch ärgert! Hier wird Fritz Keller als alleiniger Schöpfer gelobt. Sein Schaden wird es nicht sein und mit seinem bekannten Namen hilft er den unbekannten, beteiligten Winzern: Eine win-win Situation. Eigentlich win-win-win, denn Aldi verdient ja auch daran.

Verkostungsnotiz:
Im Glas für Spätburgunder typisches Farbenspiel, wobei doch durchaus saftrote Reflexe auf längere Maischegärung schließen lassen. Deutliche Aromen von Piemontkirschen, Brombeeren und „Faß ohne Boden“. Ha, ein
Wortspiel. Nein, also wer nur bedingt auf Barrique steht, wird hier vielleicht an seine Grenzen kommen. Grundsätzlich ist zu viel Barrique auch eine wunderbare Möglichkeit die Feinheiten eines Spätburgunders zu
erlegen, oder eben in Ermangelung dieser, einen größeren Wein vorzutäuschen. In diesem Fall bin ich eher unschlüssig, neige aber dazu, dass diesem Wein vielleicht eine Mischung aus alten und neuen Fässern besser getan hätte: Ausgebaut wurde er nämlich ausschließlich 12 Monate in neuen Fässern. Vom Mundgefühl samtig und weich, die Früchte marschieren wunderbar auf der Zunge herum und vermitteln Frische. Trotz des massiven Fasseinsatzes hat der Wein nicht zu viel Tannine, was
bei Fassausbau ebenfalls mal schief gehen kann. Diese sind recht präsent aber nicht aufdringlich. Die Säure harmonisch integriert, grundsätzlich würde ich diesen Wein zu einer schönen Roulade bei Oma am Sonntag empfehlen. Man kann ihn aber auch einfach so gut trinken.
Wie gesagt, mir etwas zu stark im Fass. Der Spätburgunder wirkt auf mich auch strukturiert genug, dass er das auch aus Achtung vor der Rebsorte gar nicht nötig hätte. Es ist erstaunlich und der Weinladen tut mir dabei leid, welche Qualität man hier doch für etwa 10€ bekommen kann. Von einer Sensation sind wir aber weit entfernt, von fast 10€ erwarte ich aber gerade bei einem Discounter auch bei dieser Rebsorte etwas. Erinnere mich da an einen Brunello von Aldi für das gleiche Geld… kann man zum Klo putzen hernehmen! Mit etwas Glück bekommt man gar bessere Qualitäten fürs gleiche Geld, wenn auch sicher nicht an der Ahr… Es ist ein Supermarktwein. Ok, aber dieser Wein wird auch bei Aldi nicht Kistenweise über die Scanner laufen. Ein Qualitätsmerkmal? (der hier vorgestellte Réserve ist momentan nicht im Progarmm) 

Hier der Link auf die Seite von Aldi fritz keller spatburgunder reserve weinblog

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