Jakob Sebastian Ahrweiler Daubhaus Spätburgunder Alte Reben 2009 Ahr

Spätburgunder von der Ahr haben es mir angetan! Vor allem bin ich immer auf der Suche nach bezahlbaren Liquiden, denn die Preisvorstellungen mancher Winzer machen es Einsteigern zuweilen schwer Jakob Sebastian Ahr weinblog Jakob Sebastian Ahr weinblog 

Jakob Sebastian Ahr weinblogGerne lasse ich mir teurere Weine gefallen, vor allem, wenn ich um deren Herstellungskosten weiß. Spätburgunder, Steillage und selektive Handlese sind alles Gründe für höhere Verkaufspreise. Handwerk kostet eben. Warum aber bekannte Namen an der Ahr für manche Kreszenz dann 60€ und mehr verlangen, muss ich nicht nachvollziehen.

Mich erinnert das immer ein bisschen an Burgund, dort können auch Weine der höheren Preisklassen richtig langweilig und schlichtweg scheiße sein! Zugegeben, die Ahr ist bei weitem kein so großflächiges Minenfeld, aber dennoch gibt es hier Preisunterschiede, die man mit ein wenig suchen und probieren umschiffen kann. Kurzum: Labeltrinker werden an der Ahr fündig, deren „Gegenspieler“ aber auch!

Das Weingut Jakob Sebastian wurde im Blog bereits vorgestellt, besonders auf gefallen ist dabei der Wandel des Betriebes in den letzten Jahren.
Erfreulich übrigens, dass das Weingut auch in Zukunft innovativ bleiben wird. Ab 2013 wird man aus der Lage „Heimersheimer“ Berg die ersten französischen Klone separat abfüllen, bin gespannt, was uns da erwartet. Jakob Sebastian Ahr weinblog 

Wie der 06er dieses Weines scheint mir auch der 09 zumindest nicht allzu stark filtriert zu sein. Mit einer erstaunlichen Farbe, einem oxidativen, sehr dunklen Aprikot zeigt sich hier eine für die Ahr eher ungewöhnliche Färbung, allein das ist schon mal recht spannend.

Das Bukett – wie schon von diesem Weingut bekannt – eher dezent, ein leichter Hauch von Erdbeeren und Himbeeren. Eine wirklich schöne, frische Fruchtsüße präsentiert sich hier im Glas, zudem begleitet von jahreszeitlich passendem Zimt. Spontan vergoren lag der Wein bei 21 Tagen Maischegärung im offenen Bottich. Ausgebaut wurde 24 Monate lang im großen, über 25 Jahre alten Holzfass. Jakob Sebastian Ahr weinblog 
Die „alten Reben“ sind mit 60 Jahren tatsächlich alt und kein Griff aus der Marketingschublade. Alte Reben bringen von sich aus geringere Erträge, was zu besseren Qualitäten führt. Sie wurzeln tief, versorgen die Trauben besser als junge Reben. Dennoch wurde der Traubenertrag auch durch Beschnitt nochmals auf 35hl/ha begrenzt.

Auf der Zunge ein sehr beschwingter, geradezu graziler Körper, der schmeichelnd die beschriebenen Früchte an den Gaumen trägt. Sehr rund und ausgewogen, kein Eckchen oder Käntchen, ein steter Fluss an Wein gewordenem Vergnügen! Trotz seiner Leichtigkeit im Mund hat der Wein doch ordentlich Power, behält dabei aber eine  wunderbare Balance zu Gunsten von seidiger Harmonie und Eleganz.
Umso schöner sind bei diesem Spiel die Tannine. Sehr weich, rund braucht sich dieser Wein nicht zu verstecken! Nicht vor den berühmten VDP Betrieben an der Ahr und auch nicht vor Burgund. Ein für die Ahr geradezu typischer trockener Wein, kein internationales Wollen, sondern tatsächlich angenehm unspektakulär. 

Für mich bereits der Einstieg in die Oberklasse! Man muss für guten Stoff von der Ahr nicht zwingend horrende Summen auf den Tisch legen. Im Nachhall fast schon perfekt, würzig, anhaltend mit – bin mir da nicht ganz sicher – leicht mineralischem Tönchen und einer Note von Anis. Jakob Sebastian Ahr weinblog  Jakob Sebastian Ahr weinblog 

Kellerkandidat. Will mich da nicht verbürgen, aber mehr als fünf Jahre wird diese Auslese ohne Probleme dort auch liegen können. Von diesem Stoff sollten nicht nur Spätburgunderbesessene immer ein paar Pullen da haben. Jakob Sebastian Ahr weinblog 

Ab Hof für 16€ zu haben Jakob Sebastian Ahr weinblog  Jakob Sebastian Ahr weinblog
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