Jülg Sauvignon blanc Sonnenberg 2012 trocken Pfalz | #Leertrinker07

Vor einigen Tagen hatte ich hier auf dem weinblog einen Sauvignon blanc. Über diese Rebe zu berichten gleicht in Deutschland gnadenloser Sisyphusarbeit. Gelesen hat den Text kaum jemand, also gleich mal nachlegen. Warum? Weil guter Wein!

[dropcap1]D[/dropcap1]as Weingut Jülg hat mich bereits vor einiger Zeit mit einem wunderbaren Riesling aus dem gleichen Jahrgang in den Bann gezogen; es wird also Zeit, mal wieder über das Weingut aus Schweigen in der Pfalz unmittelbar an der Grenze zu Frankreich zu berichten. Der Schwerpunkt des Betriebes unter Johannes Jülg liegt zwar eindeutig auf Riesling und feinsten Spätburgundern, was aber diesen Sauvignon blanc nicht schmälern soll. Im Gegenteil: Stilistisch fügt er sich in das Sortiment ein und sollte neben den „großen Brüdern“ einmal erwähnt, besser noch getrunken werden!

Jülg_Sauvignon_blancDenn auch bei diesem Wein aus dem Sonneberg zeigt das Weingut Jülg was es antreibt. Gerade mit dieser Rebe. Man könnte nämlich so viel mehr Getöse daraus machen, aber man muss es eben nicht. Bei Jülg lebt man bewusste Reduktion und Understatement, die räumliche Nähe zu Frankreich ist spürbar.
Es ist ein bisschen jener Schmelztiegel-Effekt, den man auch bei Winzern aus dem Elsass immer mal wieder beobachten kann. In der Flasche verschwimmen die Ländergrenzen, das ist gut, das ist eigenständig! Der Spross der Familie Johannes hat neben vielen anderen Stationen auch im Burgund gelernt, irgendwie glaubt man das dann auch zu schmecken…

Natürlich kommt man um den Eindruck von Stachelbeere nicht umhin, wäre auch Quatsch das zu unterdrücken. Der Sonnenberg spielt aber mehr mit diesem Aroma als dass er es einfach nur nach vorne drückt. Gepaart an der Nase mit etwas Feuerstein, Limette und Brioche ist der Wein konstant im Glas mit einem frischen Säurekickchen. Soll heißen der macht einfach Spaß, ohne dass man sich andauernd den Kopf zerbrechen muss. Es ist ein bisschen Liebe auf den ersten Blick, den will man einfach haben. Eben ein Leertinker.

Sauvignon muss jung getrunken werden? Naja, die drei Jahre merkt man ihm nicht an, aber für den Keller ist das eher nix. Der Wein gehört schwungvoll ins Glas, zum Lagerfeuer oder in den Mond schauen wenn es Abends endlich etwas kühler wird.

Der 12er wird schon längst ausgetrunken sein. Ab dem 13er kommt er in neuem Gewand und wurde meines Wissens stärker im Holz ausgebaut. Er dürfte also etwas rauchiger und dominanter ausfallen. Vertraue aber Jülg soweit stilistisch das richtige Maß zu finden und kann nur empfehlen das Weingut selbst mal auszuprobieren.

[box type=”info” style=”rounded” border=”full”]Inhaber: Werner Jülg
Betriebsleiter: Werner und Johannes Jülg; Außenbetrieb: Andreas Eck; Kellermeister: Johannes Jülg

Verkauf: Familie Jülg; Mo–Fr: nach Vereinbarung; Sa–So: 11.00–18.00 Uhr
Rebfläche: 18 Hektar; Jahresproduktion: 100.000 Flaschen
Beste Lage: Schweigener Sonnenberg, Springberg, St. Paul, Pfarrwingert und Wormberg
Boden: Buntsandstein, Muschelkalk, Kalkmergel

www.weingut-juelg.de[/box]

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