Tesch Riesling Laubenheimer St. Remigiusberg 2010 Nahe

Heute werde ich meine Trilogie der 2010er Tesch – Weine mit dem St. Remigiusberg beenden. Bisher gefielen mir die Weine von Martin Tesch aus Langenlonsheim von der Nahe richtig gut, was man hier nachlesen kann.

Nun also “der Orangene” von Tesch, der alle Weine mit verschiedenen Farben versieht und somit dem Weinfreund deutlich entgegenkommt. Wer merkt sich schon irgendwelche Lagenbezeichnungen? So ist es doch deutlich einfacher, denn an den “Gelben” oder “Blauen” erinnert man sich doch deutlich leichter. So mancher behauptet, der St. Remigiusberg von Tesch wäre der Premiumwein des Gutes, Tesch selbst hebt diesen Wein nicht besonders hervor. Nach dem heutigen Test würde auch ich nicht von einem Vorzeigewein
oder Ähnlichem sprechen. Vielmehr fügt sich dieser Wein in das Portfolio des Weingut Tesch mit einem eigenen Charakter ein, wobei eben alle Weine von Tesch eine gewisse Grundrichtung verfolgen. Der Remigiusberg will nicht der Beste sein, sondern ist vielmehr ein Teil des Ganzen.

tesch riesling remigiusberg weinblog

Verkostungsnotiz:
Im Glas wunderbar reife opulente Frucht, aber auch kräutrig; mir schwirrt gleich Thymian um die Nase. Auf der Zunge dann doch von etwas dichterer Struktur, die erst mal erkundet werden will. Ebenfalls Eindrücke von reifer Frucht, dagegen ist der Löhrer Berg des Weingutes ein frischer Hüpfer. Der St. Remigiusberg kommt deutlich gesetzter und gereifter daher und lässt sich eher neben den Unplugged des Gutes stellen.
Mit doch strafferer Säure dann aber bricht der zuerst altbackene Eindruck auf , ein Wein in den besten Jahren. Kann sicher noch lagern, muss er aber nicht. Klar im Ausdruck, facettenreich und ohne kitschigen Schnörkel läuft er richtig gut, ohne aber ein Einstiegswein zu sein. Sein Hefelager ist deutlich, macht Anhängern der etwas komplexeren Rieslinge sicher Spaß. Animiert sehr sich doch in den ein oder anderen Gedanken zu verlieren, wobei der nächste Schluck dann aber einen sofort wieder zurückholt und so Dynamik erzeugt. Was sich Stuart Pigott bei dem Ausruf der „St. Remigiusberg tanzt auf dem Vulkan!“ gedacht hat (Kleiner genialer Weinführer, Franfurt a.M. 2010, S. 126.), weiß ich nicht, kann dem aber durchaus etwas abgewinnen.

Für mich einer dieser Lagerfeuerweine, die etwas rauh und herb daher kommen, aber authentisch sind. Ein wunderbarer Nachhall, leicht salzige Zungenspitze aber auch kräutrig und Nötchen von weißem Pfeffer. Für mich der bisher Urigste von Tesch.

Für etwas über 12€ im Internet überall zu haben, kann man aber auch ab Hof bestellen

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