über Weinblog.de

derWeinblog.de | neugierig. autodidaktisch. interessierter Amateur im besten Sinne

“Der Weinkritiker”

Was ist das? Ich bin sicher keiner. Sehe mich als schreibenden Weintrinker – neudeutsch ist das der WeinbloggerEinen lesenswerten Beitrag zum “Beruf” des Weinkritikers bietet Carsten M. Stammen auf seiner Seite VinoBlog.

Der Kritiker ist jemand, der mit Wertungen hantiert und nach einem bestimmten System sprichwörtlich die Spreu vom Weizen trennt. Benutzt wird dafür meist ein Punktesystem, welches für viele Konsumenten eine Möglichkeit der Orientierung ist – aber unter Weinschreibern, einzelnen Händlern und auch Winzern nicht immer gerne gesehen wird. Kritik am “System Parker” findet man z.B. hier.

die “bewertung”

DerWeinblog.de empfiehlt Wein – irgendwie: Wir machen das aber nicht mittels Punkten um eine Art “Leistungsfähigkeit” der Weine zu ermitteln – das kann man gerne bei Maschinenöl machen. Der Formel “92 Punkte ist schlechter als 93 Punkte” können wir nichts abgewinnen… Wir geben unsere Meinung kund, und man sollte dann am Text merken, ob wir gerade im Weinfieber schwelgen oder einfach nur unsere verdammte Arbeit machen!
Wir wollen Sprache und Emotion vermitteln und einladen es einfach selbst zu probieren. Das soll keine generelle Absage an Punkte sein, Würtz-Wein hat das Thema mal vor Jahren ganz gut zusammengefasst.

Wie es begann:

Wein Weinblog Alex SchillingVor Jahren brachte mich eine Studienfahrt der Uni in die Wachau nach Österreich. Bei einem Heurigen wurde ich “entjungfert”, das bis dahin geliebte Bierchen gibt´s da einfach nicht!
Aus der Not heraus beim Heurigen einen Grünen Veltliner bestellt, mit Blauem Zweigelt ging´s dann weiter. Nach dieser Weindämmerung habe ich dann immer mal wieder Weine aus Österreich probiert, aus einer zarten Neugier wurde eine große Leidenschaft.

Irgendwann beschäftigte ich mich mit der Herstellung von Wein, befasste mich mit Rebsorten, kaufte Bücher und noch mehr Wein. Täglich eine neue Welt!

Bald wurde mir klar, dass man Wahrnehmung schulen kann; stellte wiedererkennbare Aromen in den Weinen fest und begann das zu notieren. Auf Weinabenden mit Freunden lernte ich recht schnell, dass jeder einen Wein auf seine Weise beschreibt und man sich dennoch verständigen kann. Wein ist ein subjektives Erlebnis.

Nach der Uni verschlug es mich in den Weinhandel. Da ich gerne schreibe, wurde ich recht bald bei einem nicht mehr existenten Weinblog Co-Autor. Nach erster Euphorie und Plänen für einen Weinshop im Netz, entschied man sich aber wieder getrennte Wege zu gehen. 

Wein im Netz:

Ob Blog oder social media: diese erreichen meist wenige Leser, dafür spitze Zielgruppen. Weinblogs sind und bleiben für Freaks, für finanziell halbwegs Unabhängige – oder Unvernünftige – und sind bezüglich der Wein-, Winzer- und Themenauswahl in einer sehr speziellen Blase unterwegs. Leider wird hier auch viel durch- und weitergereicht.

Was viele nicht wahr haben wollen: die digitalen Weinschreiber sind Teil eines kleinen Traumes in einer großen, industriellen und kapitalistisch ausgerichteten Weinwelt; was meinen Blog natürlich gnadenlos mit einschließt. Wir machen einen Riesenaufwand um eine sehr kleinen Bereich, und am Ende will natürlich jeder auch ein bisschen fame abgreifen.

Vieles was im Netz als Avantgarde und “wichtig” verbreitet wird, ist oftmals nicht mehr, als der berüchtigte Sturm im Wasserglas. Debatten werden sehr persönlich und viel zu empathisch ausgefochten; da redet man am Eigentlichen schon mal vorbei. “Zu viele Menschen diskutieren um zu gewinnen, nicht um sich mit anderen Menschen auszutauschen“, sagt der für seine Nüchternheit von mir geschätzte WeinBlogger Felix Bodmann.

Wein im Heft:

Bitte die Weinzeitschriften nicht vergessen: Auch wenn diese in der digitalen Weinwelt gerne als altbacken oder gar ausgedient bezeichnet werden und tatsächlich immer weniger werden: Normale Menschen wollen eben auch mal eine Urlaubsstory oder eben irgendwelche Tips für “schwachsinnige” Accessoires. Auch so genannte Weinchallenges sind wichtig, hat der normal arbeitende Bürger doch die Möglichkeit, sich als Laie für “guten” Wein zu entscheiden. Das kann man freilich alles anders sehen, aber die Zukunft des Planeten wird es nicht wesentlich beeinflussen… Abboniert habe ich davon allerdings auch nichts.

Absolut zu empfehlen und sich wegen ihrer Gegensätzlichkeit ergänzenden Blätter sind enos und Schluck, über beide habe ich bereits berichtet, und beide habe ich auch abboniert. Aus enos ziehe ich Informationen sehr weit rund um das Thema Wein, bei Schluck denke ich mir oft “gut, ich lebe halt nicht in Berlin”. 

Der Artikel/Blogeintrag:

Mein Anliegen ist, dass Wein tiefer und breiter kommuniziert wird. Mein Angebot an den Leser ist, das Thema zu vermitteln, anzuregen, letztlich aber auch zu unterhalten! Ob mir das wohl immer gelingt? Letzteres wohl noch am ehesten.
Vor allem will ich selbst was lernen. Dafür muss man journalistisch arbeiten, sprich recherchieren. Den wertenden Kommentar als Einzelmeinung schließt das nicht aus! Verrissen wird bei mir aber niemand, es gibt wichtigeres auf der Welt, als vinophile Kreuzzüge gegen wen oder was auch immer zu starten.

Am Ende eines Textes steht die Verkostungsnotiz. Das sprachliche Abbild einer immer subjektiven und von der Tagesform des Verkosters abhängigen Weinbetrachtung. Es ist nur der Versuch, meine Sicht eines Weines näher zu bringen. Auf deutsch: Es gibt keine Geschmackshoheiten oder gar Diktate, jeder hat seinen eigenen Geschmack und bewertet selbst, was ihm gefällt und was nicht. Deswegen lasse ich z.B. auch die Finger von Punkten…

Kann man das lernen?

Trinkt Wein. Trinkt immer wieder Wein. Andere Länder lernt man nur kennen, wenn man sie bereist, mit Wein ist das nicht anders. Vor allem: ärgert und freut euch! Das Weintrinken ist eine rein emotionale Sache.

Die meist befremdliche Art und Weise, in der „Kenner“ über Wein urteilen, ist letztlich lernbare Nomenklatur: Was für den einen der eingerittene Damensattel ist, assoziieren andere mit Attributen wie Blut, Schweiß und Leder… nicht so lecker zu lesen, aber doch deutlich verständlicher. Oder doch nicht?

Meine Unabhängigkeit – Werbung & Dienstleistungen:

Gern trinke ich Weine, die von mir nicht käuflich erworben wurden. Kontaktieren kann mich diesbezüglich jeder, der will, dass ich seinen Wein probiere. Dies führt aber nicht automatisch dazu, dass ich hier auf dem Blog darüber schreibe! Da ich bei allen Weinen in der Regel eine Bezugsquelle angebe, wird der Einreicher der Weine verlinkt. Geld verlange ich dafür keines und bringe das Altglas selbst weg! 

DerWeinblog.de verwendet Affiliate-Links. Wer auf solch einen Link klickt, wird auf die Angebotsseiten eines Anbieters weitergeleitet. Die dort gezeigten Angebote sind keineswegs Empfehlungen von derWeinblog.de. Auch haben wir keinen Einfluss darauf, was Ihnen angeboten wird. Sollte es allerdings durch Sie zu einem Kauf kommen, werden wir am Umsatz beteiligt. 

Banneranzeigen – in der Sidebar und/oder im Fließtext eingebaut – sind möglich. Auf Anfrage halte ich eine Kostennotiz bereit. Für weitere Ideen bin ich offen, verweise aber gleich darauf, dass auch redaktionell wirkende Werbung genau so Werbung ist und nicht nur auf Grund der Gesetzeslage, sondern vor allem für meine Leser gekennzeichnet wird.

derWeinblog.de | Verkostungen. Meinung. Keine Punkte!

30 Gedanken zu „über Weinblog.de“

Kommentare sind geschlossen.