bottleclub „Für jeden Geschmack den passenden Wein“Weinclub

Auf der Suche nach neuen Weinshops kann man nahezu täglich fündig werden. Konzeptionell sind neue Läden oft ähnlich aufgestellt. bottleclub aus dem Süden der Republik macht dafür eindeutige Versprechungen

[dropcap1]D[/dropcap1]irektvertrieb war vor einigen Jahren ein versprechender Ansatz. Ein Anbieter wie z.B. Vicampo betreibt den Shop im Netz mit verschiedenen Winzern und deren Weinen. Sobald eine Bestellung eingeht, verschickt der Winzer ab Hof die Weine. Der Vorteil ist für Winzer und Direktvermarkter offensichtlich. Der Winzer kann seine Weine über das Netz verkaufen, ohne selbst einen Shop betreiben zu müssen. Falls er dennoch einen hat, kann sich der Winzer nochmal zusätzlich am Markt platzieren. Der Anbieter selbst spart sich das Lager mit all seiner Logistik und bleibt auf keiner Ware sitzen.

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Das Ding läuft, Vicampo verdient Geld. Und der Kunde? Mittlerweile ist der Mainzer Weinhändler auch nur ein weiterer online-Supermarkt unter vielen. Das Angebot wurde mit der Zeit immer größer, es ist undurchschaubar. Welcher normale Mensch wählt denn wirklich aus 6000 Weinen aus? Am Ende kauft man ja doch wieder wie im Supermarkt; wählt nach ästhetischem Empfinden, sprich dem Etikett. Weinclub

Vor kurzem fiel mir ein recht neuer Shop auf. bottleclub. Der Name wirkt elitär. Konzeptionell handelt es sich natürlich nicht um einen völlig neuen Wurf; neudeutsch spricht man von Abo-Commerce. Weinclub

Für jeden Geschmack den passenden Wein

Klingt nach Fachhandel. Wie soll das im anonymen Internet funktionieren? Anstatt den potentiellen Kunden mit gephotoshopten Flaschenbildern zu begrüßen, wird er erst mal gefragt. Wie trinkst du deinen Kaffee? Was stellst Du mit Salz an? Sauer macht lustig? Quasi ein Verkaufsgespräch ohne einem gleich sechs Flaschen Brüller-Wein und die obligatorischen 2 Gläser gratis dazu aufzuschwätzen! Nach weiteren Fragen wird dem Kunden dann eine Auswahl an Weinen vorgestellt. Weinclub
Nach dem Kauf wird man wenige Tage später per Mail gebeten, die erstandenen Flaschen zu bewerten. Somit soll das Geschmacksprofil des Kunden noch genauer ausgearbeitet werden. Dies macht bei bottelclub die zweimalige Sommelière des Jahres Christina Hilker.
Sollte ein Wein nicht schmecken, bekommt man einen neuen. Für den Shop ein Risiko, das individuelle Geschmacksprofil ist tatsächlich das unternemerische Konzept und nicht nur Augenwischerei auf der Verpackung.

Das Weinabo

Man bekommt monatlich ein Paket mit einer individuell festgelegten Anzahl von Rot- und Weißweinen. Der Clou, jede Flasche kostet immer 9€. Los geht’s mit mindestens drei Flaschen. Die Versandkosten liegen bei 5€, wobei ab sechs Flaschen der Versand frei ist. Man unterschreibt auch nicht für Mindestlaufzeiten, man kann das Weinabo jederzeit pausieren oder gänzlich kündigen. Das Portfolio an Weinen ist mit Newcomern, aber auch etablierten Namen durchmischt. Man kommt mit dem Weinabo also wirklich auch in den Genuss der Entdeckerfreude.

Der Weinclub richtet sich sicher nicht an völlig durchtriebene Weinfreaks, die mit jedem Wein eine neue Galaxie entdecken wollen und jeden Wein eh nur einmal kaufen. Der Shop ist gemacht für ganz normale Menschen mit Freude am Wein ohne Ambitionen auf intelektuelles Weingeschwafel!
Auch wenn es mir den Vorwurf des Abgedroschenen einhandelt: Hin und wieder ist der bewusste Schritt zurück die richtige Wahl. Bei bottleclub werden keine riesigen Bestände vorgehalten, sondern mit kleinen Mengen gearbeitet. Das bedeutet aber auch, ist der Wein ausverkauft, ist er eben leer. Wie beim Winzer. Weinclub

Natürlich gibt´s noch ne Verkostung aus dem aktuellen Angebot: Jordan Stellenbosch Sauvignon blanc, Südafrika 2013 Weinclub

Weinclub-weinblogWein wird in Südafrika seit 300 Jahren angebaut, wobei er es aber erst in den 1980er Jahren in den Welthandel schaffte. Immer noch ist südafrikanischer Wein im deutschen Handel eher seltener zu finden, daher habe ich aus meinem 3er Paket zum Nachteil eines Zweigelt und eines Rioja diesen einmal ausgewählt. Für mich selbst auch erst der dritte oder vierte Wein von diesem Kontinent.

Im Glas zurückhaltender Duft von Paprika und Stachelbeere. Am Gaumen dann deutlich kräftiger mit straffem Säuregerüst. Überraschend lang im Nachhall, fast schon mit pikanter Schärfe und herber Note. Müde ist der auf keinen Fall, aber eben auch nicht aufgedreht laut wie so mancher Rebgenosse aus anderen Kontinenten. Geht solo, wird aber zu einem panierten Stück Schwein auf jeden Fall bestens passen. Da ich heute mittag Spaghetti Frutti di Mare hatte, auch dazu hätt´der Jordan bestens gepasst. 

Hier geht´s zum Weinabo von bottleclub, einfach mal anschauen.

 

Ein Gedanke zu „bottleclub „Für jeden Geschmack den passenden Wein“Weinclub“

  1. Klingt meiner Meinung nach sehr interessant und vielversprechend, vor allem das individuelle Geschmacksprofil. Für Leute, die regelmässig Wein trinken und dabei gerne Neues ausprobieren sicher genau das richtige! Auch die Kosten finde ich völlig in Ordnung. Werde ich sicher auch mal ausprobieren, eignet sich vielleicht auch gut als Geschenkidee.

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